
Zwei runde Jubiläen und ein deutliches Signal für den Forschungsstandort Münster: Mit einem Festakt im Schloss haben das MEET Batterieforschungszentrum der Universität Münster und das Helmholtz-Institut Münster (HI MS) ihr 15- beziehungsweise 10-jähriges Bestehen gefeiert. Beide Einrichtungen gehören heute zu den führenden Adressen der Batterieforschung in Deutschland. Wissenschaftlich geleitet werden sie von dem Chemiker Prof. Dr. Martin Winter.
Wie die Universität Münster in einer Medienmitteilung berichtet, versammelten sich zu dem Festakt Anfang der Woche zahlreiche Gäste aus Politik und Wissenschaft, darunter Bundesstaatssekretär Dr. Rolf-Dieter Jungk, NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes, NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur sowie Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe. Ein besonderer Höhepunkt war der Festvortrag des Nobelpreisträgers Prof. Dr. Stanley Whittingham über die Entwicklung der Lithium-Ionen-Batterie.
Batterien als Schlüsseltechnologie
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte die Bedeutung starker Forschungseinrichtungen wie MEET und HI MS für den Aufbau eines wettbewerbsfähigen Batterieökosystems in Deutschland und Europa. Batterien seien eine Schlüsseltechnologie, die fest in der Hightech-Agenda verankert werde. Die beiden Institute seien „Leuchttürme der deutschen Batterieforschung“, so Bär. NRW-Wissenschaftsministerin Ina Brandes hob die Rolle der Einrichtungen für die Ausbildung zukünftiger Fachkräfte hervor. Smarte Batterien seien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, sagte sie mit Blick auf die notwendigen Fortschritte für Klimaziele und Wettbewerbsfähigkeit.
Münster als „Battery City“
Auch NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur lobte die Bedeutung der Forschung für konkrete Fortschritte in Mobilität und Energieversorgung. Dank der Arbeit in Münster könnten Batterien leistungsfähiger, umweltfreundlicher und günstiger werden – eine Voraussetzung für Klimaschutz, Wertschöpfung und sichere Arbeitsplätze. Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe bezeichnete das Doppeljubiläum als Beleg für exzellente Wissenschaft, die weit über Münster hinausstrahle. MEET und HI MS seien mitverantwortlich dafür, dass sich die Stadt zur „Battery City“ entwickelt habe.
„Entscheidend für Energie- und Mobilitätswende“
Prof. Dr. Martin Winter verwies in seiner Ansprache auf die Rolle beider Institute als Wegbereiter für eine unabhängige Batteriezellfertigung in Europa. Die intensive Forschung zu Lithium-Ionen-, Natrium-Ionen-, Lithium-Metall- und Feststoffbatterien sowie zu speicherfähigen Materialien ohne kritische Rohstoffe sei entscheidend für die Energie- und Mobilitätswende. Besonders stolz zeigte sich Winter über die Ausbildungsleistung: In den vergangenen 15 Jahren seien rund 500 Abschlussarbeiten an beiden Instituten betreut worden.
Das MEET arbeitet seit 2010 mit etwa 150 Wissenschaftler*innen entlang des gesamten Wertschöpfungskreislaufs – von der Materialentwicklung bis zum Recycling. 2012 wurde es von der Landesregierung als „Ort des Fortschritts“ ausgezeichnet. Eine erste Ausgründung erfolgte 2019 mit der E-Lyte Innovations GmbH. Das Helmholtz-Institut Münster wurde 2014 gegründet und zählt rund 90 Mitarbeitende. Es konzentriert sich auf die Entwicklung von Elektrolyten – dem „Lebenselixier“ der Batteriezelle. Getragen wird es gemeinsam vom Forschungszentrum Jülich, der Universität Münster und der RWTH Aachen. Ab 2026 soll ein Neubau in der Corrensstraße bezogen werden.
Hier das Interview mit Professor Dr. Martin Winter aus unserer Reihe „Ufergespräche“
