Zurückgeblickt: Onkel Willi geht in den Ruhestand

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Gemeinsam vor dem Rathaus: (v.l.) Steffi Stephan, Onkel Willi und Oberbürgermeister Markus Lewe. (Foto: Hälker)
Gemeinsam vor dem Rathaus: (v.l.) Steffi Stephan, Onkel Willyiund Oberbürgermeister Markus Lewe. (Foto: Hälker)

Ein Jahr ist nun vergangen, seit Münsters wohl bekanntester Straßenmusiker Onkel Willi in den wohlverdienten Ruhestand gegangen ist. Wir blicken nochmal zurück. 

1978 kam Klaus Reinhardt, so sein bürgerlicher Name, nach Münster. “Damals war es streng verboten, auf den Straßen Musik zu machen”, erinnert sich der 71-Jährige. Also fing er mit Kirchenmusik an, bis er sich kurz vor einer Orgelprüfung an der Hand verletzte.

1989 traute sich der Sohn eines Mediziner-Ehepaares, dann als Straßenmusiker in die Innenstadt: erst an der Spiegelburg, später dann direkt vor dem Rathaus – dort sogar nach langem Hin und Her mit offizieller Genehmigung der damaligen Oberbürgermeisterin Marion Tüns. Dort war Onkel Willi dann über zwei Jahrzehnte lang Chef des in der Stadt wohl bekanntesten Ein-Mann-Orchesters und musizierte, mit Gitarre, Schellenkranz und Mundharmonika bewaffnet, auf der Rathaustreppe.

Stolz zeigt Onkel Willi (li.) seinen Karnevalsorden. (Foto: th)
Stolz zeigt Onkel Willi (li.) seinen Karnevalsorden. (Foto: th)

Am 21. Februar 2015 läutete Onkel Willi dann mit einen großen Abschlusskonzert auf dem Prinzipalmarkt seinen Ruhestand ein. Auch Oberbürgermeister Markus Lewe und Musiker Steffi Stephan waren gekommen, um sich persönlich vom Münsteraner Unikat zu verabschieden und gemeinsam mit ihm auf „seiner” Rathaustreppe zu feiern. Zur großen Abschiedsparty in “Münsters Guter Stube” fanden sich mehrere Hundert Münsteraner ein – so viele, dass sogar der Verkehr zeitweise zum Erliegen kam.

Letztmalig stand Onkel Willi zu Beginn der letzten Karnevalssession im großen Rampenlicht: Münsters kleinste Karnevalsgesellschaft, die Narrenfreunde Hiltrup, hatten ihm einen eigenen Orden gewidmet.

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