
Die Stadt Münster will frühzeitig die Bürgerinnen und Bürger in die Entwicklung des Geländes der Justizvollzugsanstalt (JVA Münster) an der Gartenstraße einbeziehen. Wie die Verwaltung in einer Medienmitteilung erklärt, findet am Donnerstag, 4. September, eine Informationsveranstaltung im Ratsgymnasium am Bohlweg statt. Ab 18 Uhr können Interessierte dort Anregungen und Hinweise zur künftigen Nutzung des Areals einbringen sowie sich über die Rahmenbedingungen informieren.
Auch online können Stellungnahmen abgegeben werden – vom 4. September bis zum 6. Oktober über die Internetseite der Stadtplanung. Eine Anmeldung für die Veranstaltung ist nicht nötig, wie es in der Mitteilung heißt. Der Einlass beginnt um 17.45 Uhr. Das Ratsgymnasium ist barrierefrei, besondere Unterstützungsbedarfe können im Vorfeld telefonisch oder per E-Mail angemeldet werden.
Das Gelände soll nach dem Umzug der JVA Münster in den Neubau in Wolbeck, der voraussichtlich 2027 fertig wird, neu entwickelt werden. Der Rat der Stadt hatte die Verwaltung bereits 2023 beauftragt, in Abstimmung mit dem Land Nordrhein-Westfalen als Eigentümerin mögliche Nutzungsszenarien zu erarbeiten und die Öffentlichkeit einzubeziehen. Ziel sei es, ein urbanes, vielfältiges Quartier zu schaffen, das gemeinwohlorientiert und klimagerecht gestaltet wird. Grundlage für die spätere Umsetzung ist ein neuer Bebauungsplan.
Die JVA an der Gartenstraße blickt auf eine lange Geschichte zurück: Sie wurde 1853 in Betrieb genommen und zählt zu den ältesten Haftanstalten in Nordrhein-Westfalen. Weite Teile der Anlage, die nach den Plänen des Architekten Carl Ferdinand Busse entstand, stehen heute unter Denkmalschutz. Charakteristisch ist die sternförmige Anordnung der Zellentrakte um ein zentrales Gebäude. Mit ihrem Bau wurde damals das frühere Zuchthaus vor den Stadtmauern ersetzt.
