
Rund um die Stubengasse versammelten sich am Abend über 200 Menschen zu einer politischen Kundgebung – angemeldet von Marc Raschke, einem parteilosen Journalisten und Autor, der laut eigener Aussage zum ersten Mal in seinem Leben eine Demonstration organisiert hat. Ziel der Versammlung war es, Kritik an der aktuellen Ausrichtung der CDU zu äußern, insbesondere am Kurs des Vorsitzenden der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Jens Spahn.
Raschke, der in den 2000er-Jahren wiederholt mit Holocaust-Überlebenden sprach, schilderte in seiner Rede ein wachsendes Unbehagen angesichts aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen. Er verwies auf die Warnungen der Zeitzeugen, bei demokratiegefährdenden Tendenzen wachsam zu bleiben. Für ihn sei nun der Moment gekommen, öffentlich Stellung zu beziehen – unter anderem wegen der Debatten über migrationspolitische Verschärfungen, die er als Angriff auf grundlegende Menschenrechte interpretiert. Raschke kritisierte scharf, dass führende CDU-Politiker, darunter Friedrich Merz, einerseits öffentlich Gedenkveranstaltungen beiwohnten, gleichzeitig aber aus seiner Sicht zur politischen Normalisierung radikaler Positionen beitrügen.
In dieselbe Richtung argumentierte auch Rednerin Sonja Schrapp, Kommunikationstrainerin und Moderatorin aus Münster. Sie bezeichnete die strategische Annäherung führender CDU-Figuren an Positionen der AfD als einen Bruch mit den Werten einer konservativen Mitte. Besonders scharf fiel ihre Kritik an Jens Spahn aus, der nach ihrer Darstellung maßgeblich zur inhaltlichen und politischen Verschiebung innerhalb der CDU beigetragen habe. Schrapp forderte eine Rückbesinnung der Partei auf humanistische und christlich-konservative Grundwerte – und eine klare Abgrenzung gegenüber rechtspopulistischen Strömungen.

Neben Raschke und Schrapp traten bei der Kundgebung auch die Autorin Alice Spogis sowie der Sprecher Frank Beckert ans Mikrofon. Auch sie setzten sich mit der politischen Entwicklung innerhalb der CDU auseinander und plädierten für eine deutliche Haltung gegen rechte Tendenzen. Die Redebeiträge machen deutlich, dass es den Initiator*innen der Kundgebung nicht um parteipolitischen Aktivismus, sondern um eine zivilgesellschaftliche Einmischung ging. Die CDU solle nicht abgeschrieben, sondern zur politischen Mitte zurückgeholt werden – so der Tenor. Aufgrund der erwarteten Teilnehmerzahlen wurde die Kundgebung auf die Stubengasse verlagert, ursprünglich sollte sie vor der CDU-Zentrale an der Mauritzstraße stattfinden.
- 125 Jahre Stadtwerke: Blick zurück Von der „heulenden Kurve“ bis zur Torminbrücke / Stadtwerke kündigen Jubiläumsaktionen an - 3. März 2026
- Drehstart zum 50. Tatort aus Münster Unter dem Arbeitstitel „Eine Frage der Zeit“ wird bis zum 26. März gedreht - ein paar Tage davon sicher auch wieder in Münster - 26. Februar 2026
- Warnstreik am Freitag und Samstag Stadtwerke erwarten deutliche Einschränkungen im Busverkehr / Busse fahren ab Sonntagfrüh wieder wie gewohnt - 25. Februar 2026
