Mal zart, mal laut Am Freitagabend spielte ZARTMANN auf dem Domplatz bei Münster Mittendrin

ZARTMANN gab richtig Gas. (Foto: Christian Menz)
ZARTMANN gab richtig Gas. (Foto: Christian Menz)

Der Wettergott zeigte sich gestern von der launischen Seite. Mit Sonnenbrille und Regenschirm im Gepäck zogen tausende Menschen am Nachmittag los, um sich das Musikprogramm am Domplatz anzusehen. Durch den NRW-Tag waren die Shows auf der dortigen Top-Act-Bühne ausnahmsweise auf einen Tag begrenzt. Dieser hatte es aber in sich – mit ZARTMANN zum großen Finale.

Das melodische Warm-Up übernahm 1LIVE-Urgestein JC ZELLER. Der blondschopfige Radio-Moderator und DJ bespielte den vollen Domplatz mit basslastigen Beats. Bei der akustischen Berieselung sollte es aber nicht bleiben.

Tanzen im Regen

Das Publikum war zum Ende seines Sets einem kräftigen Regenschauer ausgesetzt, der sich in den Auftritt von ZIMMER90 durchzog. Die Stuttgarter Indie-Electropop-Band sorgte mit positivem Chill-House für den perfekten Soundtrack zum sich über der Lambertikirche bildenden Regenbogen am Abendhimmel. Beste Stimmung zeigte sich auf und vor der Bühne, als Sänger AARON als nächster Support-Act das durchschnittlich recht junge Publikum zu seinem Song „Komm vorbei“ um gesangliche Unterstützung bittet.

ZARTMANN

Und dann war es endlich soweit: Top-Act ZARTMANN betrat die Bühne und ging mit „Meinen die uns?“ direkt von null auf hundert. Die Show des Berliner Künstlers war bereits vor Wochen mit 10.000 Tickets ausverkauft und man spürte schnell, dass nicht nur seine Fans richtig Bock haben, sondern auch er.

ZARTMANN, der um seine Vornamen und sein Alter erfolgreich ein Geheimnis macht, spielte nicht zum ersten Mal in Münster. „Im letzten Jahr hatte ich eine Show im Skaters Palace“, erklärte er vor der Show im Interview mit ALLES MÜNSTER und gestand: „In der Stadt war ich aber noch nie.“ Dafür hatte er sich mit dem NRW-Tag und den hunderttausenden BesucherInnen aber einen Zeitpunkt ausgesucht, der für unser idyllisches Münster wenig repräsentativ ist.

ZARTMANN kombiniert tiefgründige Texte mit jugendlicher Kraft, kostet alle Facetten der menschlichen Gefühlswelt voll aus. Bei den rebellisch-rockigen Tönen von „Wir haben’s überlebt“ springt er über die Bühne und macht Lufttritte. Zu den melancholischen Klängen von „Wie Du manchmal fehlst“ schwebt seine tiefe Stimme auf Klavierklängen durch die malerische Kulisse vor dem Dom. Seine Liebe zur Musik entwickelte sich sehr früh. „Zu Singen gehörte für mich dazu wie Laufen lernen. Ich habe mir schon als Kind Songs ausgedacht und wollte immer Musiker werden“, verrät er. Der kleine Junge von damals hätte sicher nicht geglaubt, dass er es im Jahr 2025 auf Platz 1 der deutschen Charts schafft. Und dass er mit seinem Hit „Tau mich auf“ tausende von Menschen zum Hüpfen, Kreischen und Grinsen bringt.

Bei „eehhhyyy“ ist es die Euphorie einer wilden Nacht („Hey, guck, die Gläser sind gefüllt. Ich nehme noch ein nächstes, alles dreht sich wie Vinyl“) und bei „Wunderschön“ die schmerzliche Erkenntnis der Vergänglichkeit („Guck, ich zünd‘ uns an, ich schau‘ nicht zurück. Doch wenn die Sonne aufgeht, scheint durch unsre Trümmer Licht.“). ZARTMANN gab dem Münsteraner Publikum das, was ihn ausmacht: echte Emotionen.

Das ganze Interview mit ZARTMANN lest Ihr am Montag bei ALLES MÜNSTER.

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