Windkraft in ihrer wohl schönsten Form Mit zwei Windbäumen des französischen Herstellers New World Wind setzt Brillux auf eine außergewöhnliche Form der nachhaltigen Energieerzeugung

Sieht aus wie ein Vorbote der Skulptur Projekte, ist aber eine Windkraftanlage: Der Windbaum von Brillux. (Foto: Bührke)
Sieht aus wie ein Vorbote der Skulptur Projekte, ist aber eine Windkraftanlage: Der Windbaum von Brillux. (Foto: Bührke)

Bäume sind in Münster nicht unbedingt eine Seltenheit. Zwei Exemplare fallen hier allerdings aus der Reihe, statt Sauerstoff, Früchte und Holz produzieren sie Strom. Zu sehen sind die außergewöhnlichen Exemplare auf dem Gelände von Brillux, wo sie ihre Blätter im Wind bewegen und auf diese Weise umweltfreundliche Energie liefern.

Anderswo sorgt der Bau von Windkraftanlagen nicht selten für Unmut, bei den beiden Windbäumen an der Weseler Straße ist die Umsetzung hingegen nahezu geräuschlos vonstatten gegangen. Dies dürfte nicht zuletzt an ihrer ästhetischen Erscheinung liegen. Zehn Meter sind die beiden Windbäume des französischen Herstellers New World Wind hoch. Am Ende ihrer stählernen „Äste“ befinden sich pro Baum 36 kleine Windturbinen, Aeroleafs genannt, die bereits bei seichtem Wind in Drehung geraten und so Strom produzieren. Der Prototyp wurde 2015 auf dem Place de la Concorde in Paris zu Testzwecken aufgebaut. Der Erfolg dieser Anlage motivierte ihren Erfinder Jérôme Michaud-Larivière dazu, bereits ein Jahr später in die Serienproduktion zu gehen. 

Kommt ein dritter Baum?

36 Aeroleafs produzieren an jedem der Bäume Strom. (Foto: Bührke)
36 Aeroleafs produzieren an jedem der Bäume Strom. (Foto: Bührke)

Zu sehen sind die beiden anmutigen Stromproduzenten zum einen vor dem markanten Akademie-Turm von Brillux nahe der „Spinne“ und zum anderen auf dem Parkplatz des Farbenproduzenten an der Ecke Weseler Straße und Mersmannstiege. Die beiden Standorte wurden laut Brillux nicht zufällig gewählt, sondern weil sie günstige Windverhältnisse für die Stromproduktion aufweisen. Der Hersteller gibt auf seiner Webseite an, dass ein Windbaum in etwa den jährlichen Strombedarf eines Single-Haushalts oder den einer sparsamen Kleinfamilie deckt. Einen wesentlichen Anteil am Energiebedarf der Firma können die beiden Windbäume somit kaum liefern. Dennoch will Brillux von den Einspeiseerfahrungen mit den Anlagen abhängig machen, ob eventuell ein dritter Baum auf dem Betriebsgelände installiert wird.

Laut Herstellerangaben kostet eine der Vertikalachsen-Kleinwindkraftanlagen, wie die Bäume technisch gesehen heißen, rund 50.000 Euro pro Stück. Nicht gerade ein Schnäppchen und mit einer zeitnahen finanziellen Amortisation ist daher wohl kaum zu rechnen. Für die Verantwortlichen hatte die Investition daher wohl eher ästhetische Gründe, die ausgedehnte Photovoltaik-Anlage auf dem Dach des Gebäudes dürfte einen wesentlich größeren Anteil an der Erzeugung regenerativer Energie bei Brillux tragen. So gesehen sind die Windbäume vermutlich eher als Statement zusehen, dass die Erzeugung sauberer Energie und Ästhetik durchaus zusammengehen können.

Ein Windbaum produziert genug Strom für einen Singlehaushalt. (Foto: Bührke)
Ein Windbaum produziert genug Strom für einen Singlehaushalt. (Foto: Bührke)
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Ein Kommentar

  1. Das ist doch mal ein richtig positiver Artikel und eine grandiose Idee des Unternehmens Brillux!
    Ein realistischer Blick in die Zunkunft.
    Spontan könnte ich mir, in diese Richtung gehend, Ideen zur „Skulptur Projekte Münster 2027“ mit dem Schwerpunkt Energieerzeugung sehr gut vorstellen.
    Überdimensionierte, großformatige, sich drehende Blüten wie gelbe Sonnenblumen, farbige Dahlien etc. könnten im häuslichen Garten für den Hausgebrauch Energie erzeugen.

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