Wie Matratzen bald recycelt werden könnten Recycling von Anfang an eingeplant: Zwei Alumni der FH Münster entwickeln innovative Technologie für wieder verwertbare Matratzen

Gemeinsam mit zwei weiteren Geschäftspartnern Dr. Paulo Wohlfahrt (1. v.l.) und Christian Fabek (1. v.r.) gründen die Alumni der FH Münster Dr. Kubilay Ceyhan (2. v. l.) und Willy Zubert (2. v. r.) ein Unternehmen, das einen wichtigen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit in der Matratzenindustrie leisten soll. (Foto: Annika Berhorst)

Matratzen gehören zu den Produkten, die kaum recycelt werden: Rund 95 Prozent der Schaumkernmatratzen werden nach ihrer Nutzung verbrannt. Zwei Alumni der FH Münster wollen das ändern. Mit einer neuartigen Technologie haben Dr. Kubilay Ceyhan und Willy Zubert einen Schaum für Matratzen entwickelt, der sich gezielt in seine Bestandteile zerlegen und damit erstmals effizient recyceln lässt. Ihr Start-up trägt den Namen Breakomers – und könnte die Matratzenindustrie grundlegend verändern.

Kern der Entwicklung ist ein spezieller Schaum, der aus zwei Materialbausteinen besteht, die über eine integrierte Sollbruchstelle miteinander verbunden sind. Dadurch lassen sich Matratzen am Ende ihrer Lebensdauer gezielt in ihre Bestandteile trennen. „Unsere Technologie denkt Recycling nicht erst am Ende, sondern schon bei der Herstellung mit“, erklärt Erfinder Dr. Ceyhan. Durch das neue Verfahren können die Komponenten getrennt und recycelt werden, deutlich einfacher und energieärmer als mit bisherigen Verfahren.

Gemeinsamer Weg von der Hochschule zum Start-up
Im Labor tüftelten die jungen Gründer am innovativen Matratzenschaum, auf den sie inzwischen ein Patent angemeldet haben. (Foto: privat)

Ceyhan und Zubert kennen sich seit ihrer Studienzeit an der FH Münster. Während Ceyhan Chemieingenieurwesen studierte und später an der Universität Bielefeld promovierte, absolvierte Zubert ein berufsbegleitendes Masterstudium im Wirtschaftsingenieurwesen. Die technologische Grundlage für das Verfahren entstand während Ceyhans wissenschaftlicher Arbeit, die betriebswirtschaftliche Ausrichtung entwickelte Zubert bereits im Rahmen seiner Abschlussarbeit.

Der Matratzenschaum wird derzeit im Labor hergestellt, ein Patent ist bereits angemeldet. Als nächster Schritt steht die Übertragung auf industrielle Produktionsmaßstäbe an. Erste Gespräche mit Matratzenherstellern laufen. Das Geschäftsmodell setzt auf bestehende Produktionsprozesse, die nur in Teilen angepasst werden müssen. Geplant ist eine spätere Produktion in Zusammenarbeit mit Industriepartnern.

Förderung für den Markteintritt

Unterstützt wird das Vorhaben durch den EXIST-Forschungstransfer des Bundes. Das Programm fördert das Projekt über 24 Monate mit rund 1,5 Millionen Euro. Für Zubert ist klar, warum sich der Einsatz lohnt: „Wir sind all in“, sagt er. Nachhaltigkeit funktioniere nur dann, wenn technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte zusammen gedacht würden.

Ein Kommentar

  1. Gute Idee und ich habe woanders auch einen Bericht gesehen. Doch frage ich mich wie die Herrschaften an alte Matratzen kommen? Bringen die Leute diese vorbei oder fährt ein Extra-Fahrzeug hinter dem Sperrmüll-Fahrzeug oder fährt ein Fahrzeug weit vor dem Sperrmüll-Fahrzeug die Straßen entlang und sammelt die Matratzen so ein?

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