
Die Zahl der Verkehrsunfälle in Münster ist 2025 leicht gesunken. Gleichzeitig wurden jedoch deutlich mehr Radfahrer verletzt. Das geht aus der aktuellen Unfallstatistik der Polizei hervor, die gestern veröffentlicht wurde.
Mit knapp 11.000 Verkehrsunfällen registrierte die Polizei Münster im vergangenen Jahr rund 3,5 Prozent weniger Unfälle als 2024. Insgesamt wurden knapp 1.600 Menschen verletzt. Besonders deutlich ist der Rückgang bei schweren Verletzungen: Die Zahl der Schwerverletzten sank um zehn Prozent auf 147.
Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf sieht darin ein positives Signal: „Der Rückgang der Gesamtzahlen und die Verbesserung im Bereich der Schwerverletzten sind ein gutes Signal für mehr Sicherheit im Straßenverkehr.“ Gleichzeitig betonte sie, dass jeder Unfall mit Verletzten weiterhin einer zu viel sei.
Radverkehr prägt das Unfallgeschehen
Typisch für Münster bleibt die große Rolle des Radverkehrs. 2025 verunglückten insgesamt 983 Radfahrer – rund 16,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Vier Menschen kamen dabei ums Leben. Zwei starben nach Zusammenstößen mit Autos, zwei nach Alleinunfällen.
Auch Unfälle mit Pedelecs nahmen deutlich zu: Hier registrierte die Polizei ein Plus von 21 Prozent auf 283 Fälle. 32 Menschen wurden dabei schwer verletzt.
Volker Wittenbreder, Leiter der Direktion Verkehr, erklärte, dass die Verkehrsmittelwahl in Münster bundesweit besonders sei: „Münster zeichnet sich durch eine besondere Verteilung bei der Wahl der Verkehrsmittel aus: Fast die Hälfte der Wege werden in Münster mit dem Rad zurückgelegt und nur rund ein Viertel mit motorisierten Fahrzeugen. Das sind Spitzenwerte für das Fahrrad.“ Diese Entwicklung spiegele sich entsprechend in den Unfallzahlen wider. Die Sicherheit von Radfahrern bleibe deshalb Schwerpunkt der Polizeiarbeit.
Weniger Pkw-Unfälle – mehr E-Scooter-Unfälle

Deutlich zurückgegangen sind Unfälle mit Autos. Die Polizei registrierte 3.421 Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines Pkw – etwa sechs Prozent weniger als im Jahr zuvor. Auch die Zahl der verletzten Autofahrer sank deutlich um rund 28 Prozent auf 281.
Besonders positiv entwickelte sich die Situation bei jungen Fahranfängern. Dorndorf führt dies unter anderem auf Präventionsprogramme wie den „Crash Kurs“ der Polizei sowie auf verbesserte Sicherheitstechnik in modernen Fahrzeugen zurück.
Anders sieht es bei E-Scootern aus: Zwar machen sie weiterhin weniger als zwei Prozent aller Unfälle aus, doch ihre Zahl steigt. In 25 Fällen spielte Alkohol eine entscheidende Rolle. Laut Polizei gelten für E-Scooter dieselben Promillegrenzen wie beim Autofahren.
Kinder, Jugendliche und Senioren
Bei Kindern blieb die Zahl der Verletzten mit 105 nahezu unverändert. Allerdings wurden weniger Kinder schwer verletzt. Deutlich gestiegen ist hingegen die Zahl leicht verletzter Jugendlicher: 58 Jugendliche verunglückten im vergangenen Jahr, deutlich mehr als 2024.
Die Polizei setzt deshalb weiterhin auf Prävention – etwa durch Warnwesten für Erstklässler oder Verkehrstrainings für Vorschulkinder.
Autobahnen: mehr Unfälle, weniger Opfer
Auf den Autobahnen im Zuständigkeitsbereich der Polizei Münster stieg die Zahl der Unfälle leicht auf rund 4.700. Gleichzeitig sank jedoch die Zahl der Verletzten deutlich. Insgesamt wurden 775 Menschen verletzt – fast 100 weniger als im Jahr zuvor.
Auch die Zahl der Verkehrstoten ging zurück: Fünf Menschen verloren 2025 auf den Autobahnen ihr Leben, zwei weniger als 2024.
Die gesamte Bilanz ist auf der Homepage der Polizei Münster abrufbar.
