
Deutschlandweit wurden Großveranstaltungen wegen der angekündigten Hitze abgesagt – doch nicht das Vainstream 2026. Ein gutes Hitzeschutzkonzept ermöglichte den Besuchern doch noch ein tolles Festivalwochenende – bis als anderes Extrem dann eine Unwetterwarnung zum vorzeitigen Abbruch führte. Es war ein Wochenende voller Highlights und Überraschungen.
Trotz Rekordhitze legte das Vainstream am Freitag einen guten Start hin. Es herrschte Jubiläumsstimmung und der deshalb neu aufgelegte Skatewettbewerb „Münster Monster Mastership“ sorgte nicht nur wegen des Nostalgiefaktors für gute Laune. Auch das Lineup überzeugte die Fans, die sich unter anderem über All Time Low, Bury Tomorrow und Social Distortion freuten. Für einen guten Umgang mit der Hitze gab es kostenlose Trinkwasserstationen, Schattenplätze und Abkühlungsmöglichkeiten. Der krönende Abschluss war an dem Tag der Auftritt von Rise Against. Nicht nur der Bereich vor der Bühne, sondern jede Fläche in Hör- und Sichtweite war mit begeisterten Menschen geflutet. Die vom Veranstalter genannten 20.000 Besucher klangen in der Menge durchaus realistisch.
An diesen Erfolg knüpfte auch der Samstag an. Der Einlass ging diesmal schneller, da die meisten Bändchen bereits verteilt waren. Auch im Umgang mit der Hitze zeigten sich viele geübter. So gab es noch mehr Menschen mit Sprühflaschen oder Wasserpistolen, die für eine Abkühlung untereinander sorgten. Auch die Moshpits passten sich den Gegebenheiten an: Sie waren meistens eher kürzer, aber dafür intensiver, sodass dazwischen nochmal Energie und Wasser getankt werden konnte. Die Verteilung von Trinkflaschen direkt vor der Bühne wirkte fast schon wie eine kunstvolle Jonglage: Nach einem Handzeichen bekam man von der Security eine Flasche Wasser zugeworfen. Leere Flaschen wurden anschließend wieder zurück geworfen und teilweise sogar gefangen.
Bunter Mix aus Szenegrößen und Newcomern
Den Start in den Tag lieferte diesmal die US-amerikanische Alternative-Metal-Band The Pretty Wild, die 2022 gegründet und vor allem durch soziale Medien populär wurde. Einen ähnlichen Werdegang hatte Scene Queen, die Metalcore mit feministischen Themen kombiniert und auf TikTok vor allem für ihre „Bimbocore“-Ästhetik gefeiert wird. In Pink gekleidet, sang sie nicht nur auf der Rocknight Stage, sondern stand zwischendurch im Publikum mitten im Zentrum des Moshpits.
Etablierte Szenegrößen wie die in den 90ern gegründete Crossover-Band Dog Eat Dog sorgten vor allem bei den Fans für gute Stimmung, die damals bereits geboren waren. Hip-Hop-lastiger wurde es beim Auftritt von Grandson. Er freute sich über seine actiongeladene Crowd, aber bat auch darum, auf die eigene Gesundheit zu achten.
Besonders sehnsüchtig erwartet wurden die Bands am späten Abend, darunter Architects, Hollywood Undead und Agnostic Front. Den Abschluss der Rocknight Stage sollten Suicidal Tendencies spielen – mit ihrem diesjährig einzigen Auftritt in Deutschland.
Vorzeitiges Ende wegen Unwetterwarnung
Doch zum großen Finale kam es gar nicht mehr. Zunächst wurde um 18 Uhr eine Unwetterwarnung über die Vainstream-App, sowie über soziale Medien geteilt und ein Update angekündigt. Den spät anreisenden Gästen jenseits des Festivalgeländes wurde geraten, mit der Anfahrt noch ein wenig zu warten, bis eine Entscheidung gefallen sei. Etwa anderthalb Stunden später kam dann die Meldung: „Abbruch der Veranstaltung wegen erwartetem Unwetter!“ Die Notausgänge wurden geöffnet und über die App, soziale Medien und Durchsagen wurden alle aufgefordert, das Gelände umgehend zu verlassen. Die Bildschirme auf dem Gelände zeigten rot an: „Veranstaltungsabbruch“
Die Evakuierung lief ruhig und gesittet, kam für einige aber dennoch überraschend. Einige wollten noch ihre Getränkebecher zurückgeben, für die jeweils 3€ Pfand bezahlt wurden. Das ging aber nicht mehr. Fans, die lange in Unsicherheit vor der Murder Redrum Stage auf den Auftritt der Black Veil Brides gewartet hatten, waren enttäuscht. Nicht nur die abgesagten Auftritte, sondern auch der strahlend blaue Himmel und anderslautende Wettervorhersagen sorgten für Zweifel an der Entscheidung. Der Instagram-Post über die Absage erhielt schnell über 500 Kommentare. Der Umgang mit der Security und auch untereinander war vor Ort aber dennoch sehr freundlich. Begründet wurde das Vorgehen mit einer behördlichen und meteorologischen Empfehlung, die eine potenzielle Gefahr für Leib und Leben aufgrund von Blitzeinschlägen vermeiden sollte.
Trotz des verfrühten Endes zeigten sich die Veranstalter auf Instagram und Facebook dankbar: „Vainstream Family – auch wenn das Ende abrupt war, liegt ein krasses Wochenende hinter uns. Vielen Dank an die Crew, Secus, Sanis & vor allem an EUCH!“
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