UKM stärkt Infektionsdiagnostik in Dnipro Münsteraner Fachwissen soll ukrainisches Traumazentrum bei der Behandlung unterstützen

(v.l.) Prof. Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene und Prof. Alex. W. Friedrich, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, freuten sich über den Besuch der ukrainischen Delegation aus dem Mechnikov-Krankenhaus. (Foto: UKM)
(v.l.) Prof. Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene und Prof. Alex. W. Friedrich, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKM, freuten sich über den Besuch der ukrainischen Delegation aus dem Mechnikov-Krankenhaus. (Foto: UKM)

Eine Delegation aus dem Mechnikov Hospital in Dnipro im Osten der Ukraine hat sich vergangene Woche am Universitätsklinikum Münster über moderne Infektionsdiagnostik und die Versorgung schwer verletzter Patientinnen und Patienten informiert. Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Verfahren, mit dem Krankheitserreger innerhalb weniger Minuten bestimmt werden können.

Die Zusammenarbeit zwischen dem UKM und dem Mechnikov Hospital in der Ukraine wird damit weiter ausgebaut, wie das Universitätsklinikum Münster in einer Medienmitteilung erklärt. Vier Ärztinnen und Ärzte hospitierten in der vergangenen Woche am Institut für Hygiene sowie in der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des UKM.

Schnellere Diagnose von Erregern

Ziel des Austauschs ist es, die mikrobiologische Diagnostik sowie die Infektionskontrolle und -prävention am Mechnikov Hospital zu stärken. Das Krankenhaus in Dnipro gilt als eines der wichtigsten Traumazentren der Ukraine und versorgt nach eigenen Angaben jährlich rund 45.000 kriegsverletzte Patientinnen und Patienten.

Zwei Mitglieder der Delegation sind Fachärzte für Mikrobiologie. Sie machten sich in Münster unter anderem mit der Massenspektrometrie, auch MALDI-TOF genannt, vertraut. Mit diesem Verfahren lassen sich Bakterien und andere Krankheitserreger innerhalb kurzer Zeit identifizieren. Dadurch können Infektionen schneller diagnostiziert, gezielter behandelt und ihre Ausbreitung besser verhindert werden.

„Gerade bei schwer verletzten Patientinnen und Patienten ist eine schnelle und präzise Erregerdiagnostik die entscheidende Basis für den Behandlungserfolg und die Verhinderung der Infektionsausbreitung. Wir freuen uns, unsere Erfahrung mit den Kolleginnen und Kollegen aus Dnipro teilen zu können und sie dabei zu unterstützen, moderne infektionspräventive Verfahren nachhaltig vor Ort zu etablieren“, sagt Prof. Alexander Mellmann, Direktor des Instituts für Hygiene am UKM.

Austausch auch zur Versorgung Schwerverletzter

Die beiden weiteren Delegationsmitglieder kamen aus den Bereichen Anästhesie und Chirurgie. Während ihres Aufenthalts informierten sie sich über die Versorgung Schwerverletzter am UKM und vertieften den fachlichen Austausch mit den Münsteraner Kolleginnen und Kollegen.

Der Besuch ist Teil des Projekts „Unterstützung und Verbesserung der Infektionsdiagnostik und -kontrolle am Mechnikov Hospital Dnipro“. Es wird im Rahmen des Bund-Länder-Programms III vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen finanziert und von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit umgesetzt. Bereits Ende vergangenen Jahres hatte es am UKM einen ersten Austausch über praktische Unterstützungsmöglichkeiten für das Mechnikov Hospital gegeben. Der aktuelle Besuch knüpfte daran an.

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