Übergabe der St.-Antonius-Kirche geplant Koptisch-orthodoxe Gemeinde übernimmt das Gebäude / Übergabe am 1. Oktober

Für die St.-Antonius-Kirche an der Weseler Straße steht eine Veränderung an. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Ann-Christin Ladermann)
Für die St.-Antonius-Kirche an der Weseler Straße steht eine Veränderung an. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Ann-Christin Ladermann)

In Münster zeichnet sich eine neue Nutzung für die St.-Antonius-Kirche an der Weseler Straße ab. Die katholische Kirchengemeinde St. Joseph Münster-Süd plant, das Gebäude an die koptisch-orthodoxe Gemeinde zu übergeben. Die Verhandlungen laufen nach Angaben der Beteiligten seit mehreren Monaten, die Verträge sollen bis zum Frühsommer unterzeichnet werden. Als Termin für die offizielle Übergabe ist der 1. Oktober 2026 vorgesehen.

Hintergrund ist, dass die Kirche, mit Ausnahme der Krypta, von der Pfarrei bereits seit 2008 nicht mehr genutzt wird, die laufenden finanziellen Verpflichtungen aber bestehen geblieben sind. Markus Wagner, ehrenamtliches Mitglied des Leitungsteams der Pfarrei, sagt: „Wir freuen uns, dass das denkmalgeschützte Gebäude auch zukünftig religiös lebendig genutzt wird. Für alle Beteiligten ist das eine wunderbare Lösung.“ Verwaltungsleiter Ulrich Fiege erläutert: „Wir haben gemerkt, dass wir diese Kirche für unsere eigenen pastoralen Bedürfnisse nicht mehr in vollem Umfang benötigen.“

Mit der geplanten Übergabe gebe man zudem ein finanzielles Risiko ab, zugleich bleibe das Gebäude seiner ursprünglichen Bestimmung erhalten, so Fiege. Wie das Bischöfliche Generalvikariat in einer Medienmitteilung erklärt, haben Pfarreirat, Kirchenvorstand, Seelsorgeteam und Leitungsteam der Pfarrei zu dem Vorhaben beraten.

Pfarrei St. Joseph Münster-Süd nutzt Krypta weiter

Weiterhin soll jedoch die Krypta vor Ort genutzt werden. Die Pfarrei St. Joseph Münster-Süd will diesen Raum deshalb für fünf Jahre zurückmieten und dort weiterhin regelmäßig Gottesdienste feiern. „Für die Gemeindemitglieder vor Ort wird sich somit im seelsorgerischen Alltag wenig verändern“, versichert Fiege. Das Bistum Münster nutzt die St.-Antonius-Kirche derzeit vor allem für Gemeinden anderer Sprachen und Riten. Dazu heißt es, man stehe im Austausch mit den betroffenen Gemeinden und suche gemeinsam nach anderen Räumen in der Stadt.

Schaffen neuer Möglichkeiten

Für die koptisch-orthodoxe Gemeinde würde die Übernahme neue Möglichkeiten schaffen. Nach Angaben der Beteiligten wächst die Gemeinde und sucht seit längerem geeignete Räume. Bislang nutzt sie die St.-Theresia-Kirche, dort fehlten jedoch Nebenräume für das Gemeindeleben. In unmittelbarer Nähe zur St.-Antonius-Kirche stehen ein Pfarrsaal, Räume der früheren Bücherei und weitere Gruppenräume zur Verfügung, die für Treffen, Unterricht und Aktivitäten genutzt werden könnten. „In den Gesprächen wurde schnell deutlich, dass die St.-Antonius-Kirche genau das bietet, was die Gemeinde sucht“, sagt Fiege. Aus Sicht der Pfarrei ist zudem ein dauerhaftes Miteinander im Viertel ein Ziel. „Sie möchte sich langfristig in das Wohngebiet einbringen und Teil des lokalen Lebens werden“, sagt Fiege mit Blick auf die koptisch-orthodoxe Gemeinde.

Wer sind die koptisch-orthodoxen Christen?

Die koptisch-orthodoxen Christen gehören zur Koptisch-Orthodoxen Kirche von Alexandrien, einer der ältesten christlichen Kirchen weltweit. In Ägypten leben nach Schätzungen rund zehn Millionen koptisch-orthodoxe Christen. Inzwischen gibt es Gemeinden in vielen Ländern, auch in Deutschland. Typisch für den Kirchenraum ist eine sogenannte Ikonostase, eine Bilderwand, die den Altarraum vom Kirchenschiff trennt. Häufig sind die Wände mit Ikonen geschmückt. Oft liegen Teppiche auf dem Boden.

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