
Ob Kunstmuseen oder historische Sammlungen – die Kultureinrichtungen eines Landes können im Sinne einer nationalen Geschichtsschreibung instrumentalisiert werden und damit der Kriegspropaganda dienen. In Russland hat diese ideologische Zentralisierung unter der Präsidentschaft Wladimir Putins und vor allem seit dem Angriffskrieg gegen die Ukraine extreme Formen angenommen.
In ihrem Vortrag am Donnerstag, 19. Februar, ab 19:00 Uhr im LWL-Museum für Kunst und Kultur analysiert die russische Museumswissenschaftlerin Anastasia Serikova sowohl Ausstellungen militärischer Artefakte als auch Kunstausstellungen zum Krieg gegen die Ukraine in russischen Museen. Sie untersucht, wie und mit welchen Mitteln Bilder von Soldaten, der Armee, der Nation, dem „Feind“ und von den Opfern des Krieges für patriotische Propaganda eingesetzt werden. Dabei spielen auch visuelle Verbindungen zum Großen Vaterländischen Krieg mit der heutigen russischen Macht eine Rolle.
Ihre Analysen zeigen eine erschreckende staatlich gelenkte Instrumentalisierung der Kultur für eine kremltreue Propaganda. Serikova erwarb 2021 einen Mastertitel in Museumskunde und im Bereich Schutz des kulturellen Erbes an der Petersburger Hochschule für Kultur. Seit 2023 arbeitet sie als DAAD-Stipendiatin an der Universität Bielefeld an ihrer Dissertation zum Thema Kulturerbe laufender Kriege in russischen Museen.
Eine Veranstaltung des Osteuropaforums Münster e. V. und des LWL-Museums für Kunst und Kultur. Der Eintritt ist frei.
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