Tipps für Reiseapotheke und Sonnenschutz Experten von NordWest, Ärztekammer und Apothekerkammer zum Ferienstart

Sonnenschutz ist unverzichtbar und gehört - genau wie eine gut sortierte Reiseapotheke - zu jedem Sommerprogramm, mahnen Experten. (Symbolbild: Mikhail Nilov / Pexels)
Sonnenschutz ist unverzichtbar und gehört zu jedem Sommerprogramm, mahnen Experten. (Symbolbild: Mikhail Nilov / Pexels)

Mit Beginn der Ferienzeit bereiten sich viele Menschen in Münster und Umgebung auf ihren Sommerurlaub vor. Damit die schönste Zeit des Jahres unbeschwert bleibt, raten Gesundheitsexperten zu einer gründlichen Vorbereitung – sowohl in Bezug auf die Reiseapotheke als auch beim Schutz vor UV-Strahlung.

Eine gut sortierte Reiseapotheke sei unverzichtbar für einen entspannten Urlaub, wie die AOK NordWest in einer Medienmitteilung erklärt. Sie sollte nicht nur regelmäßig eingenommene Medikamente enthalten, sondern auch auf das Reiseziel, die Art der Reise und den persönlichen Gesundheitszustand abgestimmt sein. Michael Faust, Serviceregionsleiter der AOK, betont: „Für chronisch kranke Reisende, die regelmäßig Medikamente einnehmen müssen, ist eine gute Reisevorbereitung besonders wichtig.“ Entscheidend sei unter anderem, dass die benötigten Medikamente in ausreichender Menge mitgeführt werden.

Verschiedene Anforderungen an die Reiseapotheke

Je nach Urlaubsort variieren die Anforderungen an die Reiseapotheke: Auf Fernreisen seien Mittel gegen Reisedurchfall, Desinfektionsmittel sowie gegebenenfalls Malariamedikamente sinnvoll. Für Sonnenziele empfiehlt die AOK Sonnenschutzmittel, kühlende Salben gegen Sonnenbrand, Insektenschutz sowie Verbandmaterial. Auch Mittel gegen Reiseübelkeit, Schmerz- und Fiebermittel sowie befeuchtende Sprays für Nase und Augen sollten je nach Bedarf mitgeführt werden. Besonderes Augenmerk gilt auch der Lagerung: Viele Medikamente müssen unter 25 Grad Celsius gelagert werden, andere – wie Insulin – sogar im Kühlschrank. Vor der Abreise sollte zudem das Verfallsdatum aller Präparate überprüft werden.

Krankenversicherungsschutz im Ausland prüfen

Darüber hinaus weist die AOK darauf hin, dass der Krankenversicherungsschutz im Ausland sorgfältig geprüft werden sollte. Zwar sei innerhalb der EU mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) eine Grundversorgung gesichert, jedoch nicht etwaige Rücktransporte oder bestimmte Zusatzleistungen. Daher wird eine private Auslandskrankenversicherung empfohlen. Wer in ferne Länder reist, sollte sich zudem über empfohlene Schutzimpfungen informieren, auch wenn diese nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen gehören.

Hautschutz: Sonnencreme allein reicht nicht aus

Ergänzt werden die Reisetipps durch eine gemeinsame Medienmitteilung der Ärztekammer Westfalen-Lippe und der Apothekerkammer Westfalen-Lippe mit Sitz in Münster zum Thema Sonnenschutz. Darin warnen Mediziner und Apotheker eindringlich vor den Folgen unzureichenden UV-Schutzes. „Ein Sonnenbrand ist mehr als nur ein kosmetisches Ärgernis“, betont der Dortmunder Hautarzt Dr. Max Tischler. UV-Strahlen könnten akute Entzündungen wie Rötungen oder Blasen hervorrufen, auf Dauer aber auch zur Hautalterung oder sogar zu Hautkrebs führen. Besonders gefährdet seien Kinder, deren Haut besonders empfindlich reagiere. Wiederholte Sonnenbrände im Kindesalter gelten als Risikofaktor, vor allem für den gefährlichen schwarzen Hautkrebs, der früh Metastasen bilden kann.

Hauttyp entscheidend

Sonnenschutz beginne laut Dr. Tischler mit dem Meiden der Mittagssonne, dem Tragen von lichtdichter Kleidung und dem konsequenten Eincremen mit Sonnenschutzmitteln. Wichtig sei auch das regelmäßige Nachcremen – insbesondere nach dem Schwimmen oder bei starkem Schwitzen. Die Apothekerkammer-Präsidentin Gabriele Regina Overwiening weist darauf hin, dass nicht die Marke, sondern der individuelle Hauttyp entscheidend für die Wahl des Sonnenschutzmittels sei. Ein Beratungsgespräch in der Apotheke könne helfen, das richtige Produkt zu finden.

Auch verbreitete Irrtümer sollten vermieden werden: Vorbräunen im Solarium sei kein effektiver Schutz und belaste die Haut zusätzlich. Die maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne lasse sich nicht durch häufigeres Eincremen verlängern. Entscheidend sei vielmehr die sogenannte Eigenschutzzeit der Haut – je nach Hauttyp zwischen drei und 30 Minuten – multipliziert mit dem Lichtschutzfaktor der Sonnencreme. Diese Zeit sollte aus Sicherheitsgründen jedoch nur zu zwei Dritteln ausgeschöpft werden.

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