Thiel und Boerne dürfen weiter zwischen Promenade und Prinzipalmarkt ermitteln Der Rundfunkrat des WDR hat die Finanzierung des nächsten Tatort Münster genehmigt

Müssen nicht im Regen stehen: Die Verträge von Axel Prahl (l.) und Jan Josef Liefers (r.) werden verlängert. (Foto: Thomas Hölscher)
Müssen nicht im Regen stehen: Die Verträge von Axel Prahl (l.) und Jan Josef Liefers (r.) werden verlängert. (Foto: Thomas Hölscher)

Gute Nachrichten für die Fans des Tatorts aus Münster: Die Reihe mit Axel Prahl als Kriminalhauptkommissar Frank Thiel und Jan Josef Liefers als Gerichtsmediziner Prof. Dr. Karl-Friedrich Boerne wird offenbar fortgesetzt. Der Rundfunkrat des WDR hat vor wenigen Tagen den Haushaltsplan genehmigt, die Finanzierung von zumindest einer neuen Folge ist somit gesichert und dabei wird es vermutlich nicht bleiben. Wie das Medienportal DWDL mitteilt, wurden die Verträge mit Prahl und Liefers „längerfristig“ angelegt.

Als ob das Tatort-Team dem Rundfunkrat kurz vor dessen Sitzung nochmal zeigen wollte, wie erfolgreich es arbeitet, erreichte der letzte Tatort „Die Erfindung des Rades“ mit unglaublichen 42,6 Prozent Marktanteil den höchsten Wert seiner Geschichte. Eine derart erfolgreiche Krimireihe abzusetzen, wäre aus Sicht des WDR wohl wenig sinnvoll. Allerdings sind auch die Gagen der beiden Hauptdarsteller beeindruckend, rund eine Viertelmillionen Euro wandern pro Folge jeweils auf die Konten von Prahl und Liefers. Zum Vergleich: Tatort-Urgesteine wie Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl vom Tatort München, Klaus J. Behrendt und Dietmar Bär aus Köln sowie Ulrike Folkerts vom Tatort Ludwigshafen gehen Medienberichten zufolge lediglich mit 90.000 Euro pro Folge nach Hause.

Was macht der Rundfunkrat?
Ob für Thiel und Boerne die letzte Klappe fällt, entscheidet auch der Rundfunkrat. (Foto: Michael Bührke)
Ob für Thiel und Boerne die letzte Klappe fällt, entscheidet auch der Rundfunkrat. (Foto: Michael Bührke)

Der Rundfunkrat des Westdeutschen Rundfunks (WDR) ist das zentrale Aufsichtsgremium des größten ARD-Senders. Seine Aufgabe ist es, sicherzustellen, dass der WDR seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt und die Vielfalt der Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen im Programm angemessen abgebildet wird. Im Mittelpunkt steht dabei die Programmaufsicht. Der Rundfunkrat kontrolliert, ob Berichterstattung und Angebote unabhängig, ausgewogen und vielfältig sind. Dabei greift er allerdings nicht in einzelne redaktionelle Entscheidungen ein, sondern befasst sich mit grundsätzlichen Programmfragen, Leitlinien und Beschwerden aus der Bevölkerung.

Die über 50 Mitglieder stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Gruppen, darunter Kirchen, Gewerkschaften, Arbeitgeberverbände, Kultur-, Sozial- und Umweltorganisationen sowie politische Institutionen. Diese Zusammensetzung soll Staatsferne sichern und ein breites Meinungsspektrum abbilden. Die Mitglieder arbeiten ehrenamtlich und sind für eine begrenzte Amtszeit berufen.

Als Instrument gesellschaftlicher Kontrolle nimmt der Rundfunkrat eine Schlüsselrolle im öffentlich-rechtlichen System ein. Er soll Vertrauen schaffen und gewährleisten, dass der WDR unabhängig von staatlichen oder wirtschaftlichen Interessen handelt und seinem demokratischen Auftrag gerecht wird. Der Rundfunkrat wacht darüber, dass Geld im Sinne des Programmauftrags eingesetzt wird, aber nicht darüber, wofür jeder Euro ausgegeben wird. Diese Trennung soll Staatsferne sichern und zugleich fachliche Kontrolle ermöglichen.

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