Tatort: Kino-Premiere mit Verabschiedung Neue Folge „Die Erfindung des Rades“ wird am 25. November vorab im Cineplex gezeigt / Mechthild Großmann verabschiedet sich bei der Premiere vom Tatort-Publikum.

Mechthild Großmann (li., hier 2015 zusammen mit Axel Prahl und ChrisTine Urspruch bei der Premiere zur Tatort-Folge „Schwanensee“ im Cineplex Münster) wird bei der Kino-Premiere am 25. November vom Tatort-Team verabschiedet. (Foto: Thomas Hölscher)
Mechthild Großmann (li., hier 2015 zusammen mit Axel Prahl und ChrisTine Urspruch bei der Premiere zur Tatort-Folge „Schwanensee“ im Cineplex Münster) wird bei der Kino-Premiere am 25. November vom Tatort-Team verabschiedet. (Foto: Thomas Hölscher)

Die gebürtige Münsteranerin Mechthild Großmann bekommt für ihren letzten Einsatz als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Münster-Tatort noch einmal eine angemessen große Bühne. Denn die Folge „Die Erfindung des Rades“ feiert vor der Erstausstrahlung am 7. Dezember im ARD-Fernsehen am 25. November eine Kino-Premiere im Cineplex Münster.

Am Dienstag, 25. November, können Tatort-Fans den neuen Fall für Thiel, Boerne & Co. im Cineplex Münster bei mehreren Vorführungen auf großer Leinwand verfolgen. Zu der Premiere, für die sich auch das Schauspiel-Ensemble angekündigt hat, laden der Filmservice Münster.Land des städtischen Amts für Kommunikation und der WDR ein. Tickets für die Vorführungen sind ab Mittwoch, 12. November 2025, 15 Uhr beim Cineplex Münster erhältlich, online und an den Kinokassen.

Mechthild Großmanns letzter Fall
Mechthild Großmann trifft im Tatort „Die Erfindung des Rades“ zum letzten Mal als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm auf Josef Liefers als Prof. Karl-Friedrich Boerne. (Foto von den Dreharbeiten zur Folge "Limbus": Michael Bührke)
Mechthild Großmann trifft im Tatort „Die Erfindung des Rades“ zum letzten Mal als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm auf Josef Liefers als Prof. Karl-Friedrich Boerne. (Foto von den Dreharbeiten zur Folge „Limbus“: Michael Bührke)

Im Tatort „Die Erfindung des Rades“ geht es um die seit fünf Generationen bestehende Fahrradmanufaktur Hobrecht & Hobrecht, die mit dem „First Bike“ die Geschichte des Fahrrads neu schreiben will. Gedreht wurde unter der Regie von Till Franzen im März und April 2025 – unter anderem während der Kirschblüte in der Schulstraße im Kreuzviertel und am Hafen. Der Speicher II, in dem sich auch die Kunsthalle Münster befindet, diente als Kulisse für die Fahrradmanufaktur. Weitere Drehorte in Münster waren am Aasee und an der Justizvollzugsanstalt an der Gartenstraße.

Mechthild Großmann, die sich mit der Folge „Die Erfindung des Rades“ von ihrem Tatort-Publikum verabschiedet, gehört seit dem Beginn 2002 als resolute Staatsanwältin zum festen Ensemble des Münster-Tatorts. Die gebürtige Münsteranerin wird ihre Karriere mit Projekten jenseits des ARD-Krimis fortsetzen. So können wir ihre markante Stimme zurzeit in der Veranstaltung „Luminiscence“ im St.-Paulus-Dom hören. Und im Februar kommt sie erneut in die Stadt, wenn sie als Margaret in „Das Vermächtnis – 2. Teil“ am Theater Münster zu sehen ist.

Stimmen der Tatort-Kollegen zum Abschied von Mechthild Großmann
Axel Prahl und Mechthild Großmann 2022 mit Regisseurin Janis Rattenni bei den Dreharbeiten zum Tatort „Ein Freund, ein guter Freund“. (Foto: Michael Bührke)
Axel Prahl und Mechthild Großmann 2022 mit Regisseurin Janis Rattenni bei den Dreharbeiten zum Tatort „Ein Freund, ein guter Freund“. (Foto: Michael Bührke)

Zum Abschied von Mechthild Großmann als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm blickten ihre Kolleginnen und Kollegen auf zwei Jahrzehnte gemeinsame Arbeit zurück. Axel Prahl (Kommissar Frank Thiel) hob in einem WDR-Interview Großmanns außergewöhnliche Musikalität und die „atemberaubende“ Stimme hervor. Ihre Präsenz habe den Münster-Tatort wesentlich geprägt, über die Jahre sei zudem eine freundschaftliche Nähe entstanden. Als Lieblingsmomente nannte er unter anderem die Szene, in der Klemm heimlich auf der Damentoilette raucht und die Sprinkleranlage auslöst, sowie ihren Auftritt beim Konzert von „Roman König“ (gespielt von Roland Kaiser), wo sie „voll Inbrunst und mit vollem körperlichem Einsatz“ mitsingt. Erinnerungen „zum Niederknien“, so Prahl. Von einem endgültigen Abschied wollte er nicht sprechen: Unter bestimmten Umständen könne Großmann als Überraschungsgast zurückkehren, sagte er.

Besonders am Herzen liege ihm, dass Klemm in der letzten Folge noch einmal ihren typischen Satz sagt. Wir können uns sicher alle genau vorstellen, wie dieser Dialog klingen wird, den Axel Prahl im Interview so nachgespielt hat:
Thiel: „Können Sie es noch einmal sagen, Frau Klemm?“
Klemm: „Was denn?“
Thiel: „Na was sie jetzt sonst immer sagen.“
Ihre pointierte Antwort wollte er an dieser Stelle natürlich noch nicht verraten.

Zusammenarbeit auf Augenhöhe

Jan Josef Liefers (Prof. Karl-Friedrich Boerne) beschrieb die Zusammenarbeit als stets auf Augenhöhe und von der Suche nach unerwarteten Kniffen geprägt. Die gemeinsamen Theaterwurzeln – einschließlich Großmanns Verbindung zu Pina Bausch – hätten ihn immer wieder gerne zum Dreh zurückkehren lassen. Die Dreharbeiten zur Abschiedsfolge empfand er als würdig, professionell und herzlich, nach über 20 Jahren auch sentimental. Als Lieblingsszene bleibt für ihn der Tango zwischen Boerne und Klemm in „Ein Fuß kommt selten allein“.

Mit sichtbarem Vergnügen an den besonderen Charme der Staatsanwältin erinnert sich Claus D. Clausnitzer („Vaddern“ Thiel). Für ihn habe „Wilma“ stets einen Erotikfaktor in die Reihe gebracht – Stimme, Mähne, Lippen. Mit einem Augenzwinkern meinte er, aus „Wilma und mir hätte durchaus etwas werden können“. Bis in ihre Dusche habe er es schließlich schon einmal geschafft.

Mit Großmann verliert das Team eine Identifikationsfigur

ChrisTine Urspruch (Silke „Alberich“ Haller) berichtete, sie habe Großmann bereits zu ihren Tanztheater-Zeiten bewundert. Die Zusammenarbeit sei geprägt gewesen von Liebenswürdigkeit, Humor und der unverwechselbaren Stimme. Zu ihren Lieblingsmomenten zählt sie eine gemeinsame Undercover-Observierung im Van vor einem Wasserschloss („Lang lebe der König“). Leben bedeute Veränderung, sagte Urspruch – Großmanns Abschied stoße Neues an. Sie nannte Großmann eine „Grande Dame unserer Zeit“.

Mechthild Großmann (re.) als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Kreis des Ermittlerteams des Münster-Tatorts, hier den Dreharbeiten zur Folge "Limbus". (Foto: Michael Bührke)
Mechthild Großmann (re.) als Staatsanwältin Wilhelmine Klemm im Kreis des Ermittlerteams des Münster-Tatorts, hier den Dreharbeiten zur Folge „Limbus“. (Foto: Michael Bührke) Michael Bührke)

Björn Meyer (der im Tatort Thiels Assistenten Mirko Schrader spielt) sagte, die Arbeit mit Großmann sei am Set wie privat eine Freude gewesen; dank gemeinsamer Theaterprägung sei der Gesprächsstoff nie ausgegangen. Besonders fehlen werde ihm das augenzwinkernde Kräftemessen zwischen Klemm und Schrader – bei allem Reiz hätten beide meist am selben Strang gezogen. Mit Großmann verliere das Team eine Identifikationsfigur: Respektsperson, Gegenpol und starke Frauenfigur zugleich. Ob er Mechthild Großmann vermissen wird? „Natürlich, jeder wird sie vermissen“, betonte Meyer im Interview mit ALLES MÜNSTER am Rande der letzten Dreharbeiten in Münster. „Das Schöne ist, dass sie – wie ich – auch in Hamburg wohnt.“ Dort trifft man sich dann schon mal unverhofft bei einer kulturellen Veranstaltung.

Über all diesen Stimmen liegt ein gemeinsamer Ton: Großmanns Figur als „Frau Staatsanwalt Klemm“ war mehr als eine Funktion im Ermittlungsgetriebe – sie brachte Haltung, Humor und Reibungsfläche in den Tatort. Der Abschied wird von den Beteiligten als professionell und herzlich beschrieben. Zugleich bleibt, zumindest in den Wünschen mancher, die Tür für eine Überraschung einen Spalt offen.

Im Ersten wird der neue Münster-Tatort am Sonntag, 7. Dezember, um 20.15 Uhr zu sehen sein und ab dann auch in der ARD-Mediathek. Tickets für die Kino-Premiere am 25. November sind ab Mittwoch, 12. November 2025, 15 Uhr beim Cineplex Münster erhältlich, online und an den Kinokassen.

 

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