Szenenwechsel bringt „Der Drache“ auf die Bühne Jewgeni Schwarz’ legendäre Satire erzählt von einem Ungeheuer, das leichter zu besiegen ist als die Denkweisen, die es hervorgebracht haben.

Szene aus dem Stück "Der Drache". (Foto: Theater Szenenwechel)
Szene aus dem Stück „Der Drache“. (Foto: Theater Szenenwechel)

Mit der Satire „Der Drache“ von Jewgeni Schwarz bringt das Theater Szenenwechsel ein Stück auf die Studiobühne, das trotz seines märchenhaften Gewands vor allem eine scharfsinnige Betrachtung menschlicher und gesellschaftlicher Mechanismen bietet.

Regie führt Yuriy Bartenev, der das Werk nach eigenen Angaben bereits vor mehr als 20 Jahren in einer Inszenierung am Deutschen Theater in Almaty kennenlernte und seitdem den Wunsch hegte, es selbst auf die Bühne zu bringen. Nach Stationen als Regisseur am renommierten Ilkhom Theater in Taschkent setzt er das Stück nun mit dem Münsteraner Ensemble um.

Das Theater Szenenwechsel gehört zur freien Theaterszene Münsters. Die Gruppe entstand 2001 aus einem Theaterkurs des TPZ Münster und organisiert seit 2005 ihre Produktionen vollständig in Eigenregie – von der Schauspielarbeit bis hin zu Bühnenbild, Technik und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Handlung greift bekannte Motive klassischer Sagen auf: Eine Jungfrau soll einem Drachen geopfert werden, ein Ritter stellt sich dem Ungeheuer entgegen und erhält Unterstützung von einem sprechenden Kater. Doch das Stück bricht bewusst mit den Erwartungen des Publikums. Das unterdrückte Volk hat sich mit seinem Drachen arrangiert, bürokratische Hürden erschweren den Kampf gegen das Böse, und selbst nach dem vermeintlichen Sieg ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende.

Geschrieben wurde „Der Drache“ 1943 von dem russischen Autor Jewgeni Schwarz als Reaktion auf den deutschen Faschismus. Die Parabel erwies sich jedoch als so vielschichtig, dass sie auch von der sowjetischen Führung kritisch betrachtet wurde: Nach der Uraufführung 1944 in Moskau wurden weitere Aufführungen untersagt. Erst 1962 feierte das Werk in Polen seine nächste Premiere und gehört seitdem zu den regelmäßig gespielten Stücken auf europäischen Bühnen.

Aufführungen auf der Studiobühne finden am 27. Juni um 20 Uhr, am 28. Juni um 19 Uhr sowie am 11. Juli 2026 um 20 Uhr statt. Der Eintritt beträgt 15 Euro, ermäßigt 8 Euro. Karten sind über die Website des Theaters sowie telefonisch unter 0251 39544599 erhältlich.

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