Stadt bekämpft Eichenprozessionsspinner Stadt will Ausbreitung der Raupen eindämmen und Gesundheitsrisiken durch Brennhaare reduzieren / Biozid-Einsatz in den nächsten Tagen

Die präventive Sprühbekämpfung an Eichen im gesamten Stadtgebiet gegen den Eichenprozessionsspinner ist gestartet. (Foto: Stadt Münster / Jan Hullmann)
Die präventive Sprühbekämpfung an Eichen im gesamten Stadtgebiet gegen den Eichenprozessionsspinner ist gestartet. (Foto: Stadt Münster / Jan Hullmann)

Die Stadt Münster hat mit der vorbeugenden Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners begonnen. Seit Montag (27. April) werden an ausgewählten Standorten im Stadtgebiet Eichen mit einem mikrobiologischen Mittel behandelt. Ziel ist es, die Ausbreitung der Raupen einzudämmen und gesundheitliche Belastungen für die Bevölkerung zu reduzieren. Der Einsatz soll – abhängig von der Witterung – etwa zwei Wochen dauern.

Der Eichenprozessionsspinner stellt vor allem wegen seiner feinen Brennhaare eine Gefahr dar. Diese können bei Menschen Hautreizungen sowie Atemprobleme verursachen. Die Stadt setzt deshalb bewusst früh an: Die Bekämpfung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die gefährlichen Haare noch nicht in größerer Zahl ausgebildet haben.

Schonender Einsatz von Biozid

Die Sprühmaßnahmen werden von beauftragten Fachunternehmen durchgeführt. Zum Einsatz kommt das mikrobiologische Mittel Foray ES. Dessen Wirkstoff basiert auf einem natürlichen Bakterium, das gezielt den Darm der Raupen schädigt. Nach Angaben der Stadt gilt das Mittel als nicht bienengefährlich und ist für Menschen, Haustiere sowie die meisten Nützlinge unbedenklich.

Dennoch bleibt der Eingriff nicht ohne Auswirkungen auf die Natur. Andreas Lambert vom Amt für Grünflächen, Umwelt und Nachhaltigkeit betont: „Auch wenn das Mittel als umweltverträglich gilt, greift der Einsatz in natürliche Abläufe ein, da auch einzelne Falterraupen betroffen sein können. Deshalb gehen wir besonders sorgfältig vor.“

Unterschiedliche Verfahren je nach Standort

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners entwickeln feine Brennhaare, die bei Menschen Hautreizungen und Atemprobleme verursachen können. (Foto: Stadt Münster / MünsterView)

In sensiblen Bereichen setzt die Stadt auf den Einsatz von Hubarbeitsbühnen und Sprühlanzen, um Verwehungen möglichst zu vermeiden. In schwer zugänglichen Gebieten wie Hecken oder an Waldrändern kommen hingegen Sprühkanonen zum Einsatz. Während der Arbeiten wird empfohlen, direkten Kontakt mit dem Mittel zu vermeiden.

Eine zweite Phase der Bekämpfung ist bereits geplant: Ab Mitte bis Ende Mai werden die Nester des Eichenprozessionsspinners mechanisch entfernt. Dies geschieht mithilfe von Absaugverfahren. Zu diesem Zeitpunkt sind die typischen Gespinstnester ausreichend entwickelt und gut erreichbar. Gleichzeitig steigt mit der Entwicklung der Raupen auch das Risiko durch die Brennhaare.

Wer Raupennester an Eichen auf öffentlichen Flächen entdeckt, kann diese über den Mängelmelder der Stadt melden. Weitere Informationen rund um den Eichenprozessionsspinner stellt die Stadt online unter www.stadt-muenster.de/gruen/stadtgruen/baeume bereit.

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