„Square Depression“ zieht um Neuer Standort für Skulptur Projekte Installation von Bruce Nauman / Rückbauarbeiten gestartet

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Das Werk „Square Depression“ von Bruce Nauman soll am alten Standort rückgebaut werden. (Foto: Michael Bührke)
Das Werk „Square Depression“ von Bruce Nauman soll am alten Standort rückgebaut werden. (Foto: Michael Bührke)

Die Skulptur „Square Depression“ von Bruce Nauman, die der amerikanische Konzeptkünstler anlässlich der Skulptur Projekte 2007 in Münster geschaffen hatte, zieht um. Die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) hat gestern am Institut für Theoretische Physik in der Wilhelm-Klemm-Straße mit den Vorbereitungen für den Rückbau begonnen.

Auf der Fläche unweit des Coesfelder Kreuzes plant die WWU neue Gebäude für den Fachbereich Physik. Das Kunstwerk von Bruce Nauman, das sich seit 2009 im Besitz des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) befindet, soll aber in direkter Nähe neu entstehen. „Wir bedauern sehr, dass wir vorerst Abschied nehmen müssen von dieser großartigen Arbeit. Damit verliert das LWL-Museum für Kunst und Kultur auf vorerst unbestimmte Zeit eine seiner wichtigsten Arbeiten“, so der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold. „Ich bin durch Gespräche mit dem Rektor der Universität sehr zuversichtlich, dass dieses wunderbare Kunstwerk in den nächsten Jahren an zentraler Stelle neu entstehen wird.“

„Square Depression“ entstand zwar für die Skulptur Projekte 2007, hat aber eine längere Geschichte. Es war 1977, als Klaus Bußmann vom Westfälischen Landesmuseum die Idee zu einer Skulpturenausstellung hatte, und Kasper König neun Künstler einlud, Projekte außerhalb des Museums zu realisieren und damit die Kunst aus dem Museum in den Stadtraum zu bringen. Bruce Nauman plante eine Außenskulptur aus gegossenem Beton für den Campus des Naturwissenschaftlichen Zentrums der Universität. Auf 25 mal 25 Meter und 2,3 Meter Tiefe sollte die negative weiße Pyramide im Naturwissenschaftlichen Zentrum der Universität Münster an der Wilhelm-Klemm-Straße verortet werden. Die einstigen Bedenken des Staatshochbauamtes wichen 30 Jahre später dem überzeugenden Engagement der damaligen Projektleiterin Christine Litz, die gemeinsam mit dem kuratorischen Team den Künstler für die Realisierung der Arbeit am ursprünglich geplanten Ort gewann. Die Standortbedingungen waren identisch geblieben, die Pläne bis auf den mittigen Wasserabfluss ebenfalls. So sagte Bruce Nauman drei Jahrzehnte später ein zweites Mal zu.

Wann und wo genau die Skulptur wiedererrichtet wird, hängt nun vom Fortgang der Neubau-Arbeiten ab. Der Künstler sei „über die ersten Pläne informiert und hat zugestimmt, sein Kunstwerk neu zu verorten“, heißt es in einer Mitteilung des LWL. Nun folgen Planungen für das Areal und 2021 soll ein Wettbewerb erste Ideen hervorbringen. „Square Depression“ werde darin nicht nur mitgedacht, sondern auch als Bauaufgabe verankert. Die WWU und das LWL-Museum für Kunst und Kultur haben eine vertragliche Basis dafür gelegt, dass das Werk neu installiert werden kann, sofern der Künstler mit den dann konkreten Plänen einverstanden ist. In der Zwischenzeit soll ein 3D-Projekt die Senkung zeigen. Das Museum ist dazu in Gesprächen mit dem iCinema Centre for Interactive Cinema Research an der University of New South Wales, um ein gemeinsames Projekt zu entwickeln. „Dies ist niemals ein Ersatz, sondern vielmehr ein virtueller Ort, ein digitales Archiv”, betont Kuratorin Dr. Marianne Wagner.

Michael Bührke

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