Rotavirenfälle nehmen in Münster zu Die AOK NordWest empfiehlt Impfungen bei Säuglingen

Da Rotaviren hoch ansteckend und leicht übertragbar sind, sind nicht nur Kinder gefährdet. Auch Erwachsene können sich damit infizieren. (Foto: AOK/Colourbox/hfr)
Da Rotaviren hoch ansteckend und leicht übertragbar sind, sind nicht nur Kinder gefährdet. Auch Erwachsene können sich damit infizieren. (Foto: AOK/Colourbox/hfr)

Die Zahl der gemeldeten Rotavirus-Infektionen in Münster ist gestiegen. Nach aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden 2025 insgesamt 102 Fälle nach dem Infektionsschutzgesetz gemeldet. Im Jahr zuvor waren es 80.

Die AOK NordWest weist angesichts der Entwicklung auf die Bedeutung der Rotavirus-Impfung bei Säuglingen hin. „Rotaviren sind eine der häufigsten Erreger für schwere Magen-Darm-Erkrankungen bei Kindern. Aufgrund der steigenden Zahlen raten wir allen Eltern, unbedingt die empfohlenen Impfungen bei Säuglingen vorzunehmen und auf bestimmte Hygieneregeln zu achten“, sagt AOK-Serviceregionsleiter Michael Faust.

Besonders für kleine Kinder gefährlich

Rotaviren verursachen Durchfall, Erbrechen und Bauchschmerzen. Im Vergleich zu anderen Durchfall-Erkrankungen verläuft die durch Rotaviren verursachte Magen-Darm-Erkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern häufig schwer. Ein Schutz gegen diesen Erreger entwickelt sich erst in den ersten Lebensjahren. Kinder reagieren besonders empfindlich auf den Flüssigkeits- und Salzverlust. Daher ist es wichtig, ihnen genügend Flüssigkeit zuzuführen. Wenn der Flüssigkeitsverlust nicht ausgeglichen werden kann, kann der Zustand lebensbedrohlich werden.

Da es keine Medikamente gegen Rotaviren gibt, können nur die Beschwerden gelindert werden. „Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt für Säuglinge eine Schluckimpfung gegen Rotaviren, die von den gesetzlichen Krankenkassen für ihre Versicherten bezahlt wird“, so Faust. Je nachdem welcher Impfstoff verwendet wird, sind zwei oder drei Impfstoffdosen im Mindestabstand von vier Wochen notwendig.

Übertragung über Hände und Gegenstände

Rotaviren sind hoch ansteckend. Meist werden sie über eine Schmierinfektion übertragen, etwa durch kleinste Stuhlreste an den Händen. Die Erreger können anschließend über den Mund in den Verdauungstrakt gelangen. Auch verunreinigte Gegenstände wie Türklinken, Toiletten, Armaturen oder Lebensmittel können eine Infektionsquelle sein.

Neben kleinen Kindern gelten auch ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem als besonders gefährdet.

Gründliches Händewaschen wichtig

Zum Schutz vor einer Ansteckung empfiehlt die AOK, sich regelmäßig und gründlich die Hände mit Seife zu waschen. Zusätzlich kann ein geeignetes Händedesinfektionsmittel verwendet werden. Das RKI empfiehlt dabei Produkte der Wirkkategorien „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“.

Mehr Informationen zum Thema Rotaviren und die wichtigen Impfungen bei Säuglingen und Kleinkindern könnt ihr unter www.aok.de finden.

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