Reha-Austausch: Besuch aus der Ukraine Im Schatten des Krieges / Delegation aus Lwiw besucht das ZaR Münster

Die Delegation aus der Ukraine beim Besuch des ZaR mit Dr. med. Ingo Liebert (med. Geschäftsführung, Mitte li.) und Christoph Wolters (kaufm. Geschäftsführung, Mitte re.). (Foto: ZaR)
Die Delegation aus der Ukraine beim Besuch des ZaR mit Dr. med. Ingo Liebert (med. Geschäftsführung, Mitte li.) und Christoph Wolters (kaufm. Geschäftsführung, Mitte re.). (Foto: ZaR)

Eine fünfköpfige Delegation aus der westukrainischen Stadt Lwiw (Lemberg) hat das Zentrum für ambulante Rehabilitation (ZaR) in Münster besucht. Die Gäste informierten sich über moderne Konzepte der ambulanten Rehabilitation und tauschten sich mit dem Team vor Ort über Abläufe und Strukturen aus.

Im Mittelpunkt standen nach dem Besuch unter anderem strukturierte Reha-Pläne, interdisziplinäre Fallbesprechungen und die Zusammenarbeit verschiedener Berufsgruppen unter einem Dach. Zur Delegation gehörten zwei Ärztinnen, eine Neuropsychologin sowie zwei Physiotherapeuten.

Über 20.000 Patienten seit Kriegsbeginn

Die Besucherinnen und Besucher kamen aus dem UNBROKEN Reha-Zentrum in Lwiw. Dort werden Soldatinnen und Soldaten sowie Zivilistinnen und Zivilisten behandelt, darunter auch Kinder. Das Spektrum reicht von Notfallversorgung und Operationen über Prothesenversorgung bis hin zu psychologischer und psychosozialer Rehabilitation. Als medizinische Schwerpunkte nennt die Einrichtung unter anderem rekonstruktive Chirurgie, Orthopädie und Prothetik. Seit Beginn der großangelegten Invasion seien dort mehr als 20.000 verwundete Ukrainerinnen und Ukrainer behandelt worden, darunter 360 Kinder.

Organisation und Vernetzung

Wie das ZaR in einer Medienmitteilung erklärt, zeigte sich die Delegation aus der Ukraine besonders interessiert an der Organisation der ambulanten Rehabilitation und an der Vernetzung der beteiligten Fachrichtungen. Natalia Romaniuk, Neurologin im UNBROKEN Reha-Zentrum, wird mit den Worten zitiert: „Für uns ist es beeindruckend zu sehen, wie organisiert und vernetzt die ambulante Rehabilitation hier funktioniert.“

Ganzheitliches Konzept

„Wir wollen, dass unsere Patientinnen und Patienten nicht nur überleben, sondern wieder leben“, ist das Motto der Einrichtung. So verfolgt sie ein ganzheitliches Konzept, das von Akutbehandlung und Operationen über Physio- und Ergotherapie bis zu psychologischer Begleitung und sozialer Reintegration reicht. Internationale Partnerschaften sollen dabei helfen, Know-how und Erfahrungen auszutauschen.

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