Reden wir über den Tod Neue Live-Show in Münster: Finale Deluxe bringt den Tod auf die Bühne

Die Gastgeberinnen: Frederike Dirks (l.) und Sonja Schrapp. (Montage: Finale Deluxe)
Die Gastgeberinnen: Frederike Dirks (l.) und Sonja Schrapp. (Montage: Finale Deluxe)

„Was ist der Unterschied zwischen Münster und dem Zentralfriedhof von Chicago? Münster ist halb so groß und doppelt so tot!“ Dieser Witz machte Anfang der 1990er unter Münsters Studierenden die Runde, vor allem unter den zugezogenen. Seitdem hat Münster zwar ordentlich zugelegt, sowohl was die Größe, als auch den Unterhaltungswert anbelangt, das Thema Tod scheint hier aber noch immer von Bedeutung zu sein, zumindest wenn es nach Sonja Schrapp und Frederike Dirks geht. Ihre Show „Finale Deluxe“ widmet sich den Themen Tod und Sterben.

Mit „Finale Deluxe“ startet in Münster ein neues Live-Format, das sich einem Thema widmet, das alle betrifft und dennoch häufig ausgeblendet wird: dem Tod. Sonja Schrapp und Frederike Dirks bringen eine ebenso fundierte wie humorvolle Talkshow auf die Bühne, die Sterben, Abschied und Trauer aus der Tabuzone holt und bewusst ins gesellschaftliche Gespräch rückt. Die Premiere findet am 26. Februar um 19.30 Uhr im EsCape Münster, Hafenweg 46–48, statt. Der Abend steht unter dem Thema „Abschied“ und markiert den Auftakt einer Reihe, die sich künftig jeweils einem eigenen Schwerpunkt rund um Endlichkeit, Verlust und Erinnerung widmen wird.

Freuen sich auf die erste Ausgabe der Reihe "Finale Deluxe": Frederike Dirks (l.) und Sonja Schrapp. (Foto: Finale Deluxe)
Freuen sich auf die erste Ausgabe der Reihe „Finale Deluxe“: Frederike Dirks (l.) und Sonja Schrapp. (Foto: Finale Deluxe)

„Ich hatte schon lange das Bedürfnis die Themen Tod und Sterben und alles, was dazugehört aus der dunklen, mit Angst belegten Ecke zu holen. Auch meine persönliche Geschichte zu erzählen. Früher Tod meiner Mutter und der Umgang damit. Diese und meine Erfahrung aus dem Coaching, dass man Vielem mit angemessenem Humor und angenehmer Ernsthaftigkeit begegnen kann, haben mich darin bestärkt“ erzählt Schrapp, die mit „Thirsty Talk“ bereits seit einigen Jahren im „Grey“ ein erfolgreiches Talkformat in Münster auf die Bühne bringt. Die Entertainerin hat als quirlige und humorvolle Moderatorin inzwischen eine echte Fangemeinde, passt das zum Thema Tod? „Die Reaktionen waren durch die Bank positiv. Die Menschen haben entweder gesagt: Oh ja, wie gut, dass das endlich mal jemand macht! Und: Das passt so gut zu dir. Bei dir bin ich mir sicher, dass ich diesen schweren Themen, Dank deiner positiven, humorvollen und emphatischen Art, ohne Angst begegnen kann“.

Co-Moderatorin ist Frederike Dirks, die den Umgang mit dem Tod zur Lebensaufgabe gemacht hat. Sie ist Religionswissenschaftlerin, Ausbilderin für Bestatterinnen und Bestatter sowie Expertin für internationale Bestattungskultur. Seit vielen Jahren forscht sie zu Ritualen, rechtlichen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Praktiken rund um Tod und Abschied. Den Umgang mit dem Tod näher in den Fokus zu rücken, ist ihre Mission: „Was uns häufig fehlt, ist der bewusste, offene Austausch im Alltag. Wir verfügen über enormes medizinisches und organisatorisches Wissen, aber vergleichsweise wenig kulturelle Sprachfähigkeit. Tod, Sterben und Trauer finden meist im privaten Raum statt oder sie werden an professionelle Strukturen delegiert. Dabei sind sie zutiefst gesellschaftliche Themen. Sie betreffen Arbeitswelten, Familienmodelle, Rituale, kulturelle Identität. Gleichzeitig begegnet uns der Tod medial permanent, zum Beispiel in Nachrichten, Serien oder Statistiken, jedoch selten als persönliches, reflektiertes Thema“.

Die Moderatorinnen mit ihrem Gast Jens Terbrack (r.). (Foto: Finale Deluxe)
Die Moderatorinnen mit ihrem Gast Jens Terbrack (r.). (Foto: Finale Deluxe)

Zur Premiere begrüßen Schrapp und Dirks als Gast Jens Terbrack von der Hospizbewegung Münster e. V. Im gemeinsamen Gespräch geht es um Abschied in seinen persönlichen, gesellschaftlichen und praktischen Dimensionen sowie um die Frage, wie die Gemeinschaft mit Endlichkeit umgeht. Die Hospizbewegung Münster e. V. begleitet schwerkranke und sterbende Menschen ambulant zu Hause, im Pflegeheim oder im Krankenhaus und unterstützt deren Angehörige psychosozial. Sie berät zu Themen wie Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht und Palliativversorgung und bietet Trauerbegleitung an. Zudem setzt sie sich durch Öffentlichkeitsarbeit dafür ein, Sterben, Tod und Trauer als Teil des Lebens gesellschaftlich zu enttabuisieren.

„Wir holen den Tod aus der reinen Funktionalität heraus und bringen ihn dorthin, wo gesellschaftliche Auseinandersetzung stattfindet: ins Gespräch und eben auch auf die Bühne“, sagt Frederike Dirks.

Tickets für die Premiere sind zum Preis von 19,72 Euro erhältlich unter: Finale Deluxe

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