
Markus Lewe gehört nun zu dem kleinen Kreis von Persönlichkeiten, die von der Stadt Münster mit der Goldenen Rathaus-Gedenkmünze ausgezeichnet wurden. Oberbürgermeister Tilman Fuchs überreichte seinem Vorgänger die seltene kommunale Ehrung am Montag bei einem Empfang im Friedenssaal des Historischen Rathauses. Der Rat der Stadt hatte die Verleihung bereits im Februar beschlossen.
Die Goldene Rathaus-Gedenkmünze ist nach Angaben der Stadt Persönlichkeiten vorbehalten, die sich in besonderer Weise um die kommunale Selbstverwaltung verdient gemacht haben. Seit ihrer Einführung im Jahr 1970 erhielten neben Markus Lewe erst 25 weitere Persönlichkeiten diese Auszeichnung. Zu den früheren Trägerinnen und Trägern zählen unter anderem die früheren Oberbürgermeister Dr. Werner Pierchalla, Dr. Jörg Twenhöven und Dr. Berthold Tillmann sowie die frühere Oberbürgermeisterin Marion Tüns. Erstmals verliehen wurde die Münze laut Stadt 1970 an den früheren Bürgermeister Josef Hufnagel.
Fuchs beschrieb Lewe bei dem Empfang als Oberbürgermeister, der Münster in 16 Jahren Amtszeit geprägt habe – als Repräsentant der Stadt, Leiter der Verwaltung und Vorsitzender des Rates. „Die Goldene Rathaus-Gedenkmünze ist ein Zeichen des Dankes und der Anerkennung für dieses besondere Engagement“, sagte Fuchs.
Seltene Ehrung für kommunale Verdienste
Markus Lewe war 2009 zum Oberbürgermeister gewählt worden. 2015 und 2020 wurde der gebürtige Münsteraner jeweils im Amt bestätigt. In seiner Amtszeit leitete er nach Angaben der Stadt 115 Ratssitzungen. Über Münster hinaus vertrat er kommunale Interessen als Präsident des Deutschen Städtetags, zunächst 2018/19 und später von 2021 bis 2025. Zum 1. November 2025 übergab er das Amt an Tilman Fuchs.
Die bisher bekannten Verleihungen zeigen, dass die Rathaus-Gedenkmünze vor allem an Persönlichkeiten vergeben wird, die über längere Zeit Verantwortung in der kommunalen Selbstverwaltung getragen haben – etwa als Oberbürgermeisterin oder Oberbürgermeister, Bürgermeisterin oder Bürgermeister, Ratsmitglied oder in anderer prägender Funktion für die Stadt. Eine detaillierte Kriterienliste ist öffentlich nicht ohne Weiteres auffindbar. Nach der bekannten Vergabepraxis ist die Münze damit eher eine kommunalpolitische Ehrung als eine allgemeine Auszeichnung für bürgerschaftliches Engagement.

Porträt in der Ahnengalerie
Lewe selbst erklärte bei dem Empfang, er empfinde auch mit einigen Monaten Abstand große Dankbarkeit und Stolz, dass er Münster 16 Jahre lang gemeinsam mit den Münsteranerinnen und Münsteranern, der Verwaltung und der Politik habe mitgestalten dürfen. Er hob dabei auch die lebendige Stadtgesellschaft und das bürgerschaftliche Engagement in Münster hervor. Beim Empfang trug sich Lewe außerdem in das Goldene Buch der Stadt ein und nahm einen Schluck aus dem Goldenen Hahn.
Mit der Verleihung war eine weitere Ehrung verbunden: Die Ahnengalerie der Stadtoberhäupter im zweiten Obergeschoss des Stadtweinhauses wurde um das Porträtfoto von Markus Lewe erweitert. Sie umfasst damit zwölf Porträts und zeigt die elf ehemaligen Oberbürgermeister sowie eine ehemalige Oberbürgermeisterin, die nach 1945 im Amt waren. Lewes Porträt hängt rechts neben dem seines Vorgängers Dr. Berthold Tillmann.
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