
Das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ hat Proteste gegen eine Veranstaltung des Hayek-Clubs Münsterland angekündigt. Die zweitägige Tagung soll am 22. und 23. Mai im Atlantic-Hotel am Hauptbahnhof stattfinden. Für den 22. Mai ruft das Bündnis zu einer Demonstration auf. Beginn ist um 17 Uhr auf der Bowl-Fläche gegenüber dem Hotel.
Nach Angaben des Bündnisses erfülle die Hayek-Gesellschaft eine „Scharnierfunktion“ zwischen konservativen und rechten politischen Akteuren. Bündnissprecher Carsten Peters erklärte, Ziel solcher Veranstaltungen sei es, Kontakte zwischen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft sowie Vertretern der AfD zu fördern und mögliche Kooperationen vorzubereiten.
Das Bündnis wirft Teilen der eingeladenen Referenten vor, Positionen zu vertreten, die Demokratie- und Sozialabbau begünstigten. Zudem kritisiert die Initiative, dass sich die Veranstaltungen trotz eines bürgerlichen Auftretens für Akteure aus dem rechten Spektrum öffneten.
Verweis auf frühere Veranstaltungen
Zur Begründung verweist das Bündnis auf frühere Veranstaltungen des Hayek-Clubs in Münster. So hatte der Verein im vergangenen Jahr den Klimawandelskeptiker Michael Limburg zu einem Vortrag nach Roxel eingeladen. Limburg trat früher als Kandidat der AfD an. Nach Angaben des Bündnisses waren bei der Veranstaltung auch lokale AfD-Vertreter anwesend.
Bereits zuvor hatte der Club den früheren Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin zu einem Vortrag eingeladen. Das Bündnis sieht darin eine wiederkehrende Nähe zu rechten und umstrittenen Positionen.
Demonstration angekündigt
Das Bündnis kündigte an, am 22. Mai vor Ort gegen die Veranstaltung zu demonstrieren. Münster dürfe „kein Platz für die extreme Rechte sein“, erklärte Peters. Man wolle ein Zeichen gegen soziale Ausgrenzung, Rassismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit setzen.
Nach Angaben des Bündnisses wurde auch die Geschäftsführung des Atlantic-Hotels schriftlich über die Kritik an den Netzwerken des Hayek-Clubs informiert. Dem Online-Magazin RUMS hat Hoteldirektor Sascha von Zabern auf Anfrage gesagt, man werde die Hayek-Gesellschaft künftig nicht mehr im Atlantic Hotel tagen lassen, am bestehenden Vertrag sei allerdings nichts mehr zu ändern.
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Danke für diesen wichtigen Protest, seit die Hayek Gesellschaft Leute wie Alice Weidel und Beatrix von Storch bei sich toleriert ist sie defintiv ins rechtsradikale Spektrum abgedriftet.
Was die Marktradikalen Ideen von Hayek angeht, lässt sich in Argentinien ja gut beobachten, wie schnell ein Staat damit bankrott gemacht werden kann.
Ist Argentinien schon wieder schon wieder pleite? Dann zurück zur Planwirtschaft, damit alle etwas vom Wohlstand abbekommen.
Als Mitglied der Hayek-Gesellschaft, der wiederholt als Gast an Veranstaltungen des Hayek-Clubs Münsterland teilgenommen hat – ohne dort Vereinsmitglied oder Veranstalter zu sein –, möchte ich der Darstellung in Ihrem Beitrag vom 20.05.2026 widersprechen.
In dem Artikel wird der Hayek-Club bzw. die Hayek-Gesellschaft in die Nähe der „extremen Rechten“ gerückt und es ist von einer „Scharnierfunktion“ zu rechten politischen Akteuren die Rede. Aus meiner persönlichen Erfahrung ist diese Darstellung nicht zutreffend. Die Veranstaltungen, die ich besucht habe, sind ordnungspolitisch, wirtschafts- und gesellschaftspolitisch ausgerichtet und bewegen sich klar im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Eine Nähe zu extremistischen Parteien oder Organisationen habe ich dort nicht erlebt.
Die im Artikel suggerierte Zielsetzung, bei diesen Veranstaltungen würden gezielt Kontakte zwischen Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Gesellschaft und Vertretern der AfD gefördert, entspricht nicht meiner Wahrnehmung. Ich erlebe die Veranstaltungen als offene Diskussionsforen, zu denen – wie bei vielen öffentlichen Vorträgen – prinzipiell jede interessierte Person Zugang hat. Wer im Publikum sitzt, sagt aus meiner Sicht nichts über die politische Haltung der Hayek-Gesellschaft oder der Referenten aus.
Auch der Verweis auf einzelne Referenten wie Michael Limburg oder Thilo Sarrazin wird im Artikel so dargestellt, als sei damit eine inhaltliche Nähe zu allen deren Positionen verbunden. Ich sehe das anders:
Die Einladung eines Referenten bedeutet für mich als Teilnehmer nicht die Übernahme aller seiner Ansichten, sondern die Möglichkeit, kontroverse Positionen kritisch zu diskutieren. Gerade in einer liberalen Demokratie halte ich es für wichtig, dass strittige Themen nicht tabuisiert, sondern offen verhandelt werden – selbstverständlich innerhalb der Grenzen von Gesetz und Menschenwürde. Rassistische oder menschenverachtende Äußerungen würde ich weder akzeptieren noch hinnehmen.
Die Formulierungen des Protestbündnisses („Nazis“, „extreme Rechte“) empfinde ich im Zusammenhang mit der Tagung als pauschal, diffamierend und der Sache nicht angemessen. Sie werden weder meiner persönlichen Motivation, an solchen Veranstaltungen teilzunehmen, noch der tatsächlichen Atmosphäre der bisherigen Treffen gerecht, wie ich sie kennengelernt habe.
Ich respektiere das Recht auf friedlichen Protest und auch auf kritische Berichterstattung. Ich würde mir jedoch wünschen, dass dabei differenziert berichtet wird und auch die Perspektive derjenigen zu Wort kommt, die die Veranstaltungen aus eigener Anschauung kennen und sie gerade als Ausdruck pluralistischer, demokratischer Debattenkultur verstehen.
Seit dem Austritt von über 60 zentralen Mitgliedern 2015 sollte aus deren offenem Brief klargeworden sein, was für ein rechter Sumpf die Hayek Gesellschaft ist. Selbst Hayek würde sich für euch schämen.