
Martinshörner vor der Tür, ein Alarm aus der Leitstelle und die Meldung: „Wir haben einen Massenanfall von Verletzten und treffen in etwa 30 Minuten mit den ersten Patienten ein.“ Was sich nach einem Großeinsatz anhört, war am vergangenen Samstag Teil einer umfangreichen Großschadensübung im Herz-Jesu-Krankenhaus Hiltrup. Mit der freiwilligen Übung stellte die Klinik ihre Abläufe für den Ernstfall auf den Prüfstand.
Das fiktive Szenario: Gegen 10.30 Uhr meldete die Feuerwehr Münster eine Explosion mit 20 Verletzten. Wenig später trafen die ersten „Patienten“ – von Schauspielern mit unterschiedlich schweren Verletzungen dargestellt – zeitlich versetzt mit Rettungswagen in der Zentralen Notaufnahme ein. Im Krankenhaus wurde umgehend der Alarmplan für einen sogenannten Massenanfall von Verletzten aktiviert. Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte sowie weitere Mitarbeitende übernahmen ihre festgelegten Aufgaben. „Solche Übungen sind für uns unverzichtbar, um im Ernstfall schnell und sicher handeln zu können“, sagt Dr. Klaus Revering, Chefarzt der Zentralen Notaufnahme. Nur durch regelmäßige Trainings unter möglichst realistischen Bedingungen lasse sich die Versorgung von Patientinnen und Patienten kontinuierlich verbessern.
Auch aus Sicht der Pflege verlief die Übung erfolgreich. „Unsere Teams haben hervorragend zusammengearbeitet. Gerade in einer Ausnahmesituation zeigt sich, wie wichtig eingespielte Abläufe und eine enge Abstimmung sind“, betont Pflegefachleitung Stephanie Wensing. Für das Herz-Jesu-Krankenhaus stand vor allem die Überprüfung der internen Alarm- und Versorgungsstrukturen im Mittelpunkt. „Die Erkenntnisse aus der Übung helfen uns, unsere Abläufe weiter zu optimieren und auch auf außergewöhnliche Notfallsituationen bestmöglich vorbereitet zu sein“, erklärt der Ärztliche Direktor Dr. Wolfgang Kusch.
Die Großschadensübung war Teil des regelmäßigen Übungsprogramms des Rettungsdienstes der Stadt Münster. „Wir bieten den Münsteraner Krankenhäusern im Wechsel an, unsere rettungsdienstlichen Großschadensübungen auf ihre Notaufnahmen auszuweiten“, erläutert Prof. Dr. Andreas Bohn, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes der Stadt Münster. „Wir freuen uns, dass das Herz-Jesu-Krankenhaus dieses freiwillige Angebot angenommen und die Übung erfolgreich durchgeführt hat.“
Während der rund zweistündigen Simulation wurde die Notaufnahme weitgehend aus der regulären Notfallversorgung herausgenommen. Echte Notfallpatientinnen und -patienten wurden in dieser Zeit vorrangig in andere Krankenhäuser gebracht. Die Ergebnisse der Übung werden nun ausgewertet und fließen in die Weiterentwicklung des klinikinternen Alarmplans ein.
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