
Punkt 11:11 Uhr wurde auch in Münster die neue Karnevalssession eröffnet und Oberbürgermeister Tilman Fuchs empfing zum Start der fünften Jahreszeit in der Rüstkammer des Rathauses Prinz Christian II. samt seiner Gefolgschaft inklusive Prinzengarde und Stadtwache. Für Fuchs war es eine Premiere mit Zahlenspiel: „Am 11.11. bin ich elf Tage im Amt“, sagte er – und legte in seinem närrischen Grußwort mit Wortwitz und Selbstironie nach.
Mit Blick auf das traditionelle Ringen um den Stadtschlüssel gab sich der frischgebackene OB kampfeslustig: „Den Schlüssel der Stadt freiwillig geb ich nicht her, was du auch versuchst, ich setz mich zur Wehr.“ Dem Prinzen attestierte Fuchs „Konfetti im Blut“ und verneigte sich vor dessen Engagement im Brauchtum. Zugleich erinnerte er daran, dass Christian II. schon andernorts Regentschaftserfahrung gesammelt habe – in Rinkerode.
In seiner Rede zeichnete Fuchs die Grenzen der närrischen Macht am Rathaus augenzwinkernd nach. Titel und Rekorde bei den Schützen seien ehrenwert, für die Geschicke der Stadt zählten aber andere Tugenden: Geduld, starke Nerven und Ausdauer. „Das Amt des OB ist aus anderem Holz geschnitzt“, hielt er fest und spielte dabei auch mit seinem Namen – das Rathaus als „Fuchsbau“ blieb nicht die einzige Pointe des Vormittags.
Der Sessionsauftakt markiert traditionell den Start in die „fünfte Jahreszeit“. In Münster gehört dazu auch die symbolische Machtfrage zwischen Prinz und Stadtspitze – stets mit viel Humor, aber klaren Ritualen. So viel ist nach diesem Morgen gewiss: Der Prinz gibt sich entschlossen, der Oberbürgermeister ebenso. Wer am Ende den Schlüssel hält, wird sich in den kommenden Wochen zeigen – bis Aschermittwoch die Narrenkappe wieder der Alltagspflicht weicht.
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