NRW-Tag belebte Münsters Innenstadt Drei Erhebungen zeigen Herkunft und Aufenthaltsdauer

Vertreter der beteiligten Institutionen bei der Vorstellung der Ergebnisse zum NRW-Tag in Münster (v.l.): Torben Breuker (Wirtschaftsförderung Münster), Jens von Lengerke (IHK Nord Westfalen), Tobias Buller-Langhorst (Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland), Julia Gillmann und Andreas Weitkamp (beide Initiative starke Innenstadt) sowie Christian Paasche (IHK Nord Westfalen). (Foto: Philipp Böckmann)
Vertreter der beteiligten Institutionen bei der Vorstellung der Ergebnisse zum NRW-Tag in Münster (v.l.): Torben Breuker (Wirtschaftsförderung Münster), Jens von Lengerke (IHK Nord Westfalen), Tobias Buller-Langhorst (Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland), Julia Gillmann und Andreas Weitkamp (beide Initiative starke Innenstadt) sowie Christian Paasche (IHK Nord Westfalen). (Foto: Philipp Böckmann)

Am NRW-Tag Ende August war in Münsters Innenstadt deutlich mehr los als an vergleichbaren Tagen. Besonders auffällig war der Sonntag: Die Passantenfrequenz lag 70 Prozent über dem Durchschnitt der Stadtfest-Sonntage der Jahre 2022 bis 2025.

Das ist eines der Ergebnisse von drei aufeinander aufbauenden Untersuchungen zu dem Veranstaltungswochenende. Wie der Handelsverband NRW Westfalen-Münsterland in einer Medienmitteilung erklärt, wurden dafür Passantenfrequenzen, anonymisierte GPS-Bewegungsdaten und eine Befragung ausgewertet. Gemessen wurde an sechs Standorten in der Innenstadt, darunter Ludgeristraße, Prinzipalmarkt, Salzstraße und Alter Fischmarkt. An allen drei Tagen lagen die Frequenzen in den zentralen Einkaufs- und Aufenthaltsbereichen über den jeweiligen Durchschnittswerten.

Auch das Einzugsgebiet war größer als an gewöhnlichen Tagen. Knapp die Hälfte der erfassten Besucher kam aus Münster. Weitere 25 Prozent reisten aus dem näheren Umland an, etwa aus Greven, Dülmen oder Warendorf. Hinzu kamen Gäste aus anderen Teilen des Münsterlandes, aus Ostwestfalen-Lippe und darüber hinaus. An gewöhnlichen Tagen stammen nach Angaben der Untersuchung fast zwei Drittel der Besucher aus Münster.

Nur sieben Prozent kamen vor allem zum Einkaufen

Bei einer Passantenbefragung am Sonntag nannten 56 Prozent den NRW-Tag als Hauptgrund für ihren Innenstadtbesuch. Sechs Prozent kamen in erster Linie wegen des Stadtfestes „Münster mittendrin“. Nur sieben Prozent gaben an, hauptsächlich zum Einkaufen in der Innenstadt gewesen zu sein. Dennoch spielte der Handel für einen Teil der Gäste eine zusätzliche Rolle. 20 Prozent verbanden ihren Aufenthalt mit einem Einkaufsbummel. 28 Prozent besuchten zusätzlich ein Restaurant oder Café, 22 Prozent kombinierten ihren Besuch mit „Münster mittendrin“.

Zum NRW-Tag zog es viele Gäste in die Innenstadt von Münster. (Foto: Thomas Hölscher)
Zum NRW-Tag zog es viele Gäste in die Innenstadt von Münster. (Foto: Thomas Hölscher)

Viele blieben mehrere Stunden

Auch bei der Aufenthaltsdauer zeigen die Untersuchungen einen deutlichen Effekt. 42 Prozent der am Sonntag Befragten planten, zwei bis vier Stunden in der Innenstadt zu verbringen. Weitere 26 Prozent wollten vier Stunden oder länger bleiben. Ergänzend wertete die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung anonymisierte und aggregierte GPS-Daten aus. Nach Angaben in der Mitteilung ließ sich daraus für alle drei Veranstaltungstage eine längere Aufenthaltsdauer im Veranstaltungsgebiet ableiten.

Knapp die Hälfte der Befragten kam nach eigenen Angaben ohnehin mindestens einmal pro Woche in Münsters Innenstadt. Knapp ein Drittel erklärte dagegen, nur selten, erstmals oder nach längerer Zeit wieder dort zu sein. Für die Passantenbefragung wurden am Sonntag, 30. August, zwischen 13 und 18 Uhr insgesamt 563 Menschen an fünf Standorten befragt.

Andreas Weitkamp, Sprecher der Initiative starke Innenstadt Münster, betonte, dass es beim NRW-Tag aus Sicht des Handels nicht vorrangig um zusätzliche Umsätze gegangen sei. „Im Mittelpunkt stand, sich als Handel zu präsentieren und Gastgeber für Menschen aus ganz NRW und darüber hinaus zu sein – das ist eindrucksvoll gelungen.“ Auch die IHK Nord Westfalen sieht in den Ergebnissen einen Beleg dafür, dass große Veranstaltungen die Frequenz in der Innenstadt erhöhen können. Jens von Lengerke, Abteilungsleiter Handel und Dienstleistungen, Tourismus, verband die Auswertung zugleich mit Kritik an der aus seiner Sicht zurückhaltenden Auslegung des Ladenöffnungsgesetzes.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert