Nomaden der Stadterkundung Die Bezirksregierung zeigt rund 90 Bilder, die einen etwas anderen Blick auf Münster bieten

Die Künstler Torsten Krüger (l.) und Ingo Schrader (r.) im Gespräch mit dem Regierungspräsidenten Andreas Bothe. (Foto: Bührke)
Die Künstler Torsten Krüger (l.) und Ingo Schrader (r.) im Gespräch mit dem Regierungspräsidenten Andreas Bothe. (Foto: Bührke)

Wenn sechs Architekten und ein Städteplaner in eine Stadt reisen, sehen sie Gebäude und Strukturen anders, als ihre Bewohnerinnen und Bewohner. Wenn diese Sieben dann zu Pinsel und Stift greifen, entstehen Stadtansichten, die für Münsteranerinnen und Münsteraner gleichermaßen vertraut wie neu sein können. Die aktuelle Ausstellung „Münster“ im Foyer der Bezirksregierung ist das Ergebnis einer solchen Reise, zu sehen sind dabei rund 90 Bilder, entstanden in unterschiedlichen Techniken, die einen besonderen Blick auf das Stadtbild gewähren.

„Bei fast jedem der Werke springt einen etwas an“, fasst Regierungspräsident Andreas Bothe die Wirkung der Arbeiten zusammen. Gespannt sei er gewesen, die rund 90 Werke zu sehen, die allesamt ein Thema haben, Münster. Wie Kunstnomaden ziehen die sieben Künstler durch unterschiedliche Städte, um im Stil des Urban Sketching Gebäude, Straßen und Plätze zu porträtieren. „Es ist ein Unterschied, ob man mit dem Handy ein Foto macht, oder sich vielleicht eine Stunde oder länger mit einem Motiv beschäftigt“, wie Ingo Schrader, Architekt aus Berlin, betont. Schrader war es auch, der die diesjährige Reise der Architekten und Stadtplaner nach Münster organisiert hat. Die Stadt ist ihm vertraut, mehrere Jahre lehrte er an der Münster School of Architecture.

Urban Sketching

Beim Urban Sketching entstehen die Bilder unmittelbar vor Ort. Manchmal mit schnellen Strichen als Grafik, manchmal zeitaufwendiger als Aquarell oder Acrylbild. Die Architekten Matthias Dietz, Martin Korda, Torsten Krüger, Ingo Schrader, Eckhard Feddersen und Mario Saar hatten gemeinsam mit dem Stadt- und Verkehrsplaner Ludwig Krause weniger die historischen Highlights wie Dom, Schloss und St. Lamberti im Fokus, als vielmehr Motive wie die Stadtbücherei, das LWL-Museum für Kunst und Kultur oder das markante Gebäude der LBS am Aasee. Fans des historischen Münsters werden aber trotzdem nicht enttäuscht, auch der Prinzipalmarkt und die Salzstraße mit der Dominikanerkirche finden sich unter den zahlreichen Bildern. Auch mehrere Objekte der zurückliegenden Skulptur Projekte wie Nicole Eisenmans „Sketch for a Fountain“ oder das rot-weiße Tor von Daniel Buren finden sich unter den Motiven.

Für 28 Euro gibt es diesen Katalog zur Ausstellung zu erwerben. (Foto: Bührke)
Für 28 Euro gibt es diesen Katalog zur Ausstellung zu erwerben. (Foto: Bührke)

Im Reigen der Dutzenden Gebäude Münsters fehlt allerdings zum Bedauern des Regierungspräsidenten sein eigenes repräsentatives Domizil am Domplatz, „Ich war ein bisschen traurig, als ich gesehen habe, dass sich niemand von Ihnen dem Gebäude der Bezirksregierung gewidmet hat“, wie er augenzwinkernd während der Vernissage am 5. August anmerkte. Hierbei dürfte es sich allerdings tatsächlich um einige der wenigen modernen Bauten der Stadt Münster handeln, die sich nicht in der Ausstellung am Domplatz finden. Immerhin ist dieser in der Ausstellung verewigt, mit den gelben Stühlen, die während der Sommermonate dort stehen, als farbige Highlights.

Die Ausstellung „Münster – Zeichnungen, Aquarelle & Acrylbilder“ mit rund 90 Bildern ist noch bis zum 21. August im Foyer der Bezirksregierung, Domplatz 1 – 3, während der dortigen Öffnungszeiten zu sehen. Die Bilder können erworben werden, zudem gibt es für 28 Euro vor Ort einen Katalog zur Ausstellung. 

Fotos: Bührke

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