
Wer noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, hat in Münster weiterhin gute Chancen auf den Einstieg ins Berufsleben. Nach Angaben der Arbeitsagentur sind derzeit noch 570 Ausbildungsplätze unbesetzt. Besonders Hotels, Restaurants, Bäckereien und die Lebensmittelindustrie suchen noch Nachwuchs.
Darunter sind 15 freie Ausbildungsplätze im Hotel- und Gaststättengewerbe, neun in der Lebensmittelindustrie sowie acht in Bäckereien. Wie die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Münsterland in einer Mitteilung erklärt, seien viele Betriebe beim Ausbildungsbeginn flexibel. Ein Start sei häufig auch noch im September oder sogar im Oktober möglich.
Einstieg auch nach dem 1. August möglich
„Wer noch keine Ausbildung hat, sollte die nächsten Wochen als Startphase ins Berufsleben nutzen. Die meisten Betriebe sind da flexibel: Die Ausbildung muss nicht pünktlich am 1. August anfangen. Auch im September und selbst im Oktober geht da oft noch was“, sagt Helge Adolphs, Geschäftsführer der NGG Münsterland.
Jugendlichen rät Adolphs, sich für eine Ausbildung statt für kurzfristige Gelegenheitsjobs zu entscheiden. „Wer sich in Betrieben später weiterentwickeln will, der braucht eine solide Ausbildung als Fundament. Die 3 Jahre Ausbildung sind gut investiert“, so Adolphs.
Tariflohn und Mitbestimmung empfohlen
Neben der Berufswahl komme es auch auf den Ausbildungsbetrieb an. Nach Ansicht der Gewerkschaft sollten Auszubildende darauf achten, dass tarifliche Löhne gezahlt werden und es im Betrieb eine Jugend- und Auszubildendenvertretung (JAV) gibt. Diese vertrete die Interessen junger Beschäftigter und achte unter anderem darauf, dass der Ausbildungsrahmenplan eingehalten werde.
„Das ist eine Art ‚Jugend-Betriebsrat‘, der sich für die Interessen der jungen Belegschaft stark macht und zum Beispiel darauf achtet, dass der Rahmenplan für die Ausbildung auch eingehalten wird. Der ist wichtig, damit Auszubildende nicht ausgenutzt werden“, sagt Adolphs.
Ausbildung soll Ausbildung bleiben
Als Beispiel nennt die Gewerkschaft die Ausbildung im Bäckereiverkauf. Angehende Bäckereifachverkäuferinnen sollten nicht überwiegend mit Vorbereitungsarbeiten im Hintergrund beschäftigt werden. „Sie müssen vor allem in den Verkauf und an die Kasse. Denn zur Ausbildung für eine Bäckereifachverkäuferin gehört auch der kaufmännische Teil“, so Adolphs.
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