Neuer Intendant fürs Theater Münster Neil Barry Moss wird neuer Generalintendant / 37-jähriger Regisseur und Opernspezialist mit internationaler Erfahrung

Neil Barry Moss wird ab der Spielzeit 2027/28 neuer Generalintendant des Theater Münster. (Foto: Stadt Münster / Michael Lyra)
Neil Barry Moss wird ab der Spielzeit 2027/28 neuer Generalintendant des Theater Münster. (Foto: Stadt Münster / Michael Lyra)

Münster hat in dieser Woche nicht nur einen neuen Bischof und einen neuen Preußen-Trainer bekommen, sondern auch einen neuen Generalintendanten für das Theater Münster. Der gebürtige Südafrikaner Neil Barry Moss wird die künstlerische Leitung allerdings erst in gut einem Jahr mit der Spielzeit 2027/28 übernehmen.

Nach Anhörung des Betriebsausschusses am Theater Münster hat der der Stadtrat den 37-Jährigen am Mittwochabend (25. März) gewählt. Moss folgt auf Dr. Katharina Kost-Tolmein, deren Vertrag mit dem Ende der Spielzeit 2026/27 ausläuft. Die Findungskommission unter Vorsitz von Kulturdezernentin Cornelia Wilkens hatte sich zuvor einstimmig für ihn ausgesprochen. Der Vertrag ist zunächst auf fünf Spielzeiten angelegt. Gemeinsam mit Verwaltungsdirektor Dominik Baumann wird Moss künftig die Leitung des Hauses übernehmen.

„Künstlerische Qualität und klare Strategie“

Kulturdezernentin Cornelia Wilkens zeigte sich überzeugt von der Entscheidung. „Mit Neil Barry Moss haben wir einen Generalintendanten gefunden, der künstlerische Qualität mit einer klaren strategischen Ausrichtung verbindet“, sagte sie auf einer Pressekonferenz am Donnerstag (26. März). Er stehe für ein offenes Theater, das die Stadtgesellschaft einbeziehe und ein breites Publikum erreiche. Zudem bringe er internationale Erfahrung mit, die neue Impulse verspricht.

Erfahrung aus Coburg und internationalen Stationen

Der gebürtige Südafrikaner ist seit September 2024 Intendant des Landestheaters Coburg. Zuvor war er dort Operndirektor und Mitglied des Direktoriums. In dieser Funktion verantwortete er unter anderem die künstlerische Ausrichtung, koordinierte Sparten und Premieren und begleitete die Eröffnung des Globe Coburg. Auch die Planung des 200-jährigen Theaterjubiläums liegt in seinen Händen.

Weitere Stationen führten ihn nach Italien, Wien sowie an die Staatsoper Hannover und die Deutsche Oper Berlin. Diese internationalen Erfahrungen prägen seine Arbeit bis heute.

Große Bilder und ein nahbares Theater

Für seine Zeit in Münster hat Moss klare Vorstellungen: „eine einheitliche Linie vorgeben – künstlerisch wie gesamtstrategisch –, die verschiedenen Bereiche vernetzen und gemeinsam mit dem Team ein starkes und nahbares Haus gestalten“.

Sein künstlerischer Ansatz setzt auf große, ästhetische Bilder und opulente Inszenierungen, die das Publikum aktiv einbeziehen. „Theater ist für mich etwas Besonderes. Es muss erlebbar sein, uns neue Perspektiven eröffnen, und vor allem ist es für das Publikum ein zweites Zuhause“, so Moss. Münster biete dafür „ein vielfältiges Publikum und spannende Räume“.

Werdegang zwischen Oper und Theater

Moss wurde 1989 in Südafrika geboren und studierte Oper sowie Musik- und Theaterwissenschaft in Kapstadt. 2015 folgte ein Studium in Regie und Dramaturgie in Verona.

Von 2016 bis 2019 arbeitete er an der Staatsoper Hannover als Regieassistent, Regisseur und Kostümbildner. 2018 wurde er beim Europäischen Opernregie-Preis in Zürich mit dem zweiten Preis ausgezeichnet.

An der Deutschen Oper Berlin war Moss von 2019 bis 2023 als Spielleiter tätig. Dort inszenierte er unter anderem „Das Rheingold auf dem Parkdeck“. In Coburg brachte er Werke wie Puccinis „Il Trittico“, Wagners „Der fliegende Holländer“ sowie das Musical „Chicago“ auf die Bühne. Für Mai ist zudem die Premiere seiner Inszenierung von Strauss’ „Salome“ geplant.

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