
Im Herz-Jesu-Krankenhaus Münster-Hiltrup ist eine neue Palliativstation eröffnet worden. Nach rund zwei Jahren Bauzeit wurde die Einrichtung am 6. Februar 2026 im Beisein von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sowie Vertretern der St. Franziskus-Stiftung Münster offiziell eingeweiht. Ziel ist es, unheilbar erkrankten Menschen eine umfassende medizinische und pflegerische Begleitung zu bieten.
Minister Laumann würdigte die Bedeutung der Palliativarbeit. Sie leiste täglich einen wichtigen Beitrag, um schwerstkranken Menschen ein würdevolles Leben bis zuletzt zu ermöglichen. Die neue Station verbinde medizinische, pflegerische und menschliche Begleitung und unterstütze auch Angehörige, so der Minister.
Die neue Palliativstation umfasst rund 600 Quadratmeter und verfügt über zehn Einzelzimmer mit eigenem Bad. Angehörige können bei Bedarf mit im Zimmer übernachten. Ergänzt wird das Angebot durch ein gemeinsames Wohnzimmer, einen Raum der Stille für Gespräche und spirituelle Begleitung sowie mehrere Funktions- und Therapieräume.
Ein besonderer Bestandteil ist die Loggia, die es ermöglicht, Patienten mitsamt ihrem Bett nach draußen zu bringen. So können sie frische Luft, Sonne oder Wind wahrnehmen – ein Wunsch, der in der Palliativversorgung häufig geäußert wird. Ein Tageslichtraum soll zusätzlich zu einer ruhigen und angenehmen Atmosphäre beitragen.
Ganzheitlicher Ansatz
Die Station ist räumlich von anderen Bereichen des Krankenhauses getrennt und über einen eigenen Zugang erreichbar. Das soll eine möglichst geschützte Umgebung schaffen. Die Baukosten beliefen sich auf rund sechs Millionen Euro.
Chefarzt Dr. Stefan Strobelt betonte, dass sich die Arbeit an dem Leitsatz von Cicely Saunders orientiere: „Den Tagen mehr Leben geben und nicht dem Leben mehr Tage.“ Die neue Station ermögliche es, neben der körperlichen Versorgung auch psychische, soziale und seelische Bedürfnisse stärker zu berücksichtigen.
Ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Pflegekräften, Therapeuten und Sozialarbeitern arbeitet dabei eng zusammen. Durch die Erweiterung von zuvor sechs auf nun zehn Betten können künftig mehr als 200 Menschen pro Jahr palliativ versorgt werden.
Unterstützung aus der Region
Möglich wurde der Neubau auch durch die Unterstützung des Fördervereins des Herz-Jesu-Krankenhauses sowie zahlreicher Spender. Zur Eröffnung gehörten ein gemeinsamer Empfang und die Einsegnung der Station durch Krankenhausseelsorger Daniel Mittelstaedt. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen.
