Nächste rechte Demo angekündigt "Freundeskreis" von "SS-Siggi" will am 19. Juli erneut in Münster marschieren

Es ist erst wenige Tage her, dass die letzte rechte Demo durch Münster zog. (Foto: Carsten Bender)
Es ist erst wenige Tage her, dass der rechte Aufmarsch durch Münster zog. (Foto: Carsten Bender)

Nur drei Tage nach dem polizeilich unterbrochenen Aufmarsch vom Samstag (5. Juli) ruft die extrem rechte Szene zu einer erneuten Demonstration in Münster auf. In einem Telegram-Kanal kündigt „Die Heimat Dortmund“ für den 19. Juli eine weitere Kundgebung an – unter dem Motto „Kein Verbot stoppt Schwarz-Weiß-Rot“. Treffpunkt soll erneut um 14:00 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz sein.

In dem Aufruf ist von einer „Solidaritäts-Demonstration“ gegen „Polizeischikanen“ die Rede. Die Veranstaltenden – der „Freundeskreis Siegfried Borchardt“ beziehen sich auf den vorherigen Aufmarsch, bei dem die Polizei den Demonstrationszug für gut drei Stunden auf der Hafenstraße gestoppt hatte. Grund dafür war laut Polizeiangaben ein „paramilitärischer Eindruck“, den die Teilnehmenden durch gleichförmiges Auftreten und das Tragen von schwarz-weiß-roten Fahnen erzeugt hätten. Die schwarz-weiß-rote Farbkombination ist in der extrem rechten Szene weit verbreitet und gilt als Anspielung auf die Reichsflagge des Kaiserreichs. Unter Auflagen und nach Aufnahme der Personalien der Fahnenträger lies die Polizei den Marsch weiterziehen.

Der Aufzug am 5. Juli war Teil einer Versammlung, bei der rund 130 Personen aus dem extrem rechten Spektrum durch die Innenstadt ziehen wollten. Die Stadt Münster wurde hier nicht zufällig gewählt, denn hier liegt beim Oberverwaltungsgericht seit etwa zwei Jahren ein Verfahren, dass sich mit der Errichtung einer Grabplatte für den verstorbenen Neonazi Siegfried „SS-Siggi“ Borchardt beschäftigt. Die Stadt Dortmund lehnt eine nicht-anonyme Ruhestatte ab, will keinen Wallfahrtsort für Rechte schaffen.

Parallel zum rechten Marsch hatten rund 1.200 Menschen an fünf Gegenkundgebungen in der Innenstadt teilgenommen, begleitet von mehreren Sitzblockaden. Die Polizei war mit starken Kräften im Einsatz, es kam zu weitreichenden Sperrungen im Straßenverkehr und Halteverboten im Innenstadtbereich. Ob die für den 19. Juli angekündigte Demonstration ordnungsgemäß angemeldet wurde ist derzeit noch nicht bekannt.

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