Nach Krebs: ÄKWL fordert bessere Nachsorge Ärztekammer Westfalen-Lippe zu „Cancer Survivorship“ / Weltkrebstag am 4. Februar

Viele Betroffene leben nach einer Krebserkrankung mit Spätfolgen und neuen Herausforderungen. (Symbolbild: Anna Tarazevich / Pexels)
Viele Betroffene leben nach einer Krebserkrankung mit Spätfolgen und neuen Herausforderungen. (Symbolbild: Anna Tarazevich / Pexels)

Immer mehr Menschen überleben eine Krebserkrankung – dank medizinischer Fortschritte steigen die Heilungs- und Überlebenschancen. Für viele Betroffene endet die Belastung jedoch nicht mit dem Abschluss der Therapie. Körperliche, psychische und soziale Folgen können sie noch über Jahre begleiten. Anlässlich des heutigen Weltkrebstages weist die Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL) darauf hin, dass das sogenannte „Cancer Survivorship“ – das Leben mit und nach einer Krebserkrankung – mehr gesundheitspolitische und gesellschaftliche Aufmerksamkeit brauche.

„Das Leben nach Krebs ist für viele Menschen ein neuer Lebensabschnitt mit besonderen Herausforderungen. Nachsorge darf nicht nur medizinische Kontrolluntersuchungen umfassen, sondern muss auch psychosoziale Unterstützung, Rehabilitation und langfristige Begleitung einschließen“, sagt ÄKWL-Präsident Dr. Hans-Albert Gehle, wie die ÄKWL in einer Medienmitteilung erklärt. Viele Krebsüberlebende litten demnach unter chronischer Erschöpfung, Schmerzen oder Herz-Kreislauf-Problemen. Auch psychische Belastungen wie Angststörungen und Depressionen spielten eine Rolle. Zusätzlich komme es häufig zu Schwierigkeiten bei der Rückkehr in Alltag, Beruf oder soziale Rollen.

In Deutschland leben nach Angaben der Kammer schätzungsweise rund fünf Millionen Menschen, die eine Krebserkrankung überlebt haben. Darunter seien etwa 41.000 Langzeitüberlebende, die im Kindes- oder Jugendalter an Krebs erkrankt waren. In den kommenden Jahren rechnet die Kammer damit, dass deutlich mehr Betroffene eine qualifizierte Langzeitnachsorge nachfragen – und damit auch der Anteil der Ärztinnen und Ärzte steigt, die Cancer Survivors behandeln.

Eine neue Fortbildungsmaßnahme „Cancer Survivorship Care“ der Akademie für medizinische Fortbildung der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe soll diesem wachsenden Bedarf durch gezielte Qualifizierung von Ärztinnen und Ärzten begegnen. Sie vermittelt laut Mitteilung strukturiert evidenzbasiertes Wissen zur Versorgung von Menschen nach einer Krebserkrankung und soll den Austausch zwischen den am Versorgungsprozess Beteiligten fördern.

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