„Musik statt Hass“ trotzte nicht nur dem Regen 1.000 Menschen bei Musik-Demo auf dem Domplatz / Spendensammlung für Initiativen gegen die AfD in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt

Trotz des schlechten Wetters ließen sich die Demonstrierenden bei „Musik statt Hass“ nicht vom Tanzen abhalten. (Foto: Wolkje Lenz)
Trotz des schlechten Wetters ließen sich die Demonstrierenden bei „Musik statt Hass“ nicht vom Tanzen abhalten. (Foto: Wolkje Lenz)

Am gestrigen Abend fand auf dem Domplatz eine Kundgebung mit dem Motto „Musik statt Hass“ statt. Trotz schlechten Wetters kamen 1.000 Menschen zusammen, um gegen die Politik der AfD zu protestieren.

Mit den äußeren Umständen hatte es „Musik statt Hass“ nicht gut getroffen. Der Start der Kundgebung verzögerte sich wegen technischer Probleme um fast 45 Minuten, im Laufe des Abends zog eine dichte Regenwolke über den Domplatz, weshalb sich die Reihen vor der Bühne merklich lichteten. Wer blieb, bekam dennoch drei Stunden Musik und politische Botschaften zu hören.

Trotz alledem kamen am Samstagabend nach Angaben der Veranstaltenden 1.000 Menschen zusammen, um gegen die Politik der AfD zu demonstrieren. Die Musikdemo richtete sich explizit gegen die AfD-Landesverbände in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, wo im September Landtagswahlen anstehen. In beiden Bundesländern ist die AfD in Umfragen nur wenige Prozentpunkte von einer absoluten Mehrheit entfernt.

Spendensammlung für Initiativen gegen die AfD

Deshalb hat das Bündnis aus Omas gegen Rechts, Fridays for Future und Parents for Future, das die Veranstaltung organisierte, fleißig Spenden gesammelt: 4.695,67 Euro seien zusammengekommen, berichten sie in einer Pressemitteilung. Das Geld fließe an Organisationen, die sich in den Wahlkämpfen in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt gegen die AfD einsetzen, heißt es darin. Die AfD investiere 2,5 Millionen Euro in den Wahlkampf für die anstehenden Landtagswahlen. Ziel der zentralen Campact-Kampagne „NoAfD-Fonds“ sei es, jeden Wahlkampf-Euro der Rechtsextremen mit einem Demokratie-Euro zu kontern. Um dieses Spendenziel zu erreichen, verzichteten die Musikerinnen und Musiker der Bands Reif!, Trio CaoTina, HEUTE HÜBSCH und Die Zwillinge auf ihre Gage.

Nach Angaben der Veranstaltenden versammelten sich 1.000 Menschen auf dem Domplatz, um gegen die Politik der AfD zu demonstrieren. (Foto: Wolkje Lenz)
Nach Angaben der Veranstaltenden versammelten sich 1.000 Menschen auf dem Domplatz, um gegen die Politik der AfD zu demonstrieren. (Foto: Wolkje Lenz)

Warum es wichtig sei, den Kampf gegen die AfD in den beiden Bundesländern zu unterstützen, bekräftigten mehrere der Gäste in ihren Redebeiträgen. Sowohl Malte Paschirbe von Fridays for Future Rügen und Greifswald als auch Silvia von den Omas gegen rechts Magdeburg erinnerten an eine Rede des Landtagskandidaten Tommy Thormann (AfD) und zitierten daraus: „Sie hassen unsere Kultur, sie hassen unsere Identität und sie hassen Deutschland. Und deswegen – und das ist ein Versprechen – werden wir, sobald wir in Regierungsverantwortung kommen, euch in Grund und Boden verbieten!“ Jemand, der solche Worte verliert, solle keine politischen Ämter bekleiden, meinte Malte Paschirbe.

Maria Rotté von den Omas gegen Rechts Münster zitierte aus dem Wahlprogramm der AfD, das beispielsweise die Schulpflicht aufweichen und Inklusion an Schulen abschaffen will. „Daran ist alles falsch!“, bilanzierte sie.

Regenbogen belohnt die Hartnäckigkeit

Etwa zur Hälfte der Veranstaltung setzte Regen ein. Während sich einige Besucher und Besucherinnen auf den Heimweg machten, wurden vor der Bühne immer mehr bunte Schirme aufgespannt. Die Stimmung ließen sich die Verbliebenen vom schlechten Wetter nicht verderben: Vor der Bühne tanzte ein Paar unter einem geteilten Regenschirm einen Discofox, als das Trio „CaoTina“ die Menge mit sommerlicher Musik versorgte. Andere klatschten im Takt, wippten gemeinsam oder sangen mit.

Die Band HEUTE HÜBSCH sorgte mit ihrem frechen Pop für Stimmung. Insgesamt begleiteten vier Gruppen die Veranstaltung musikalisch. (Foto: Wolkje Lenz)
Die Band HEUTE HÜBSCH sorgte mit ihrem frechen Pop für Stimmung. Insgesamt begleiteten vier Gruppen die Veranstaltung musikalisch. (Foto: Wolkje Lenz)

Diese Hartnäckigkeit wurde belohnt: Wenig später brach die Sonne durch die Wolkendecke und ließ einen Regenbogen über dem Domplatz erscheinen. „Egal, wer die Regenbogenfahne verbieten will – die Natur lässt sich nichts nehmen“, kommentierte Moderator Ulrich Bärenfänger das Naturschauspiel im politischen Sinne.

Trotz des Regens, der technischen Schwierigkeiten und der zwischenzeitlich schrumpfenden Menge, zeigten sich die Veranstaltenden am Ende zufrieden. Die Besucher und Besucherinnen, die geblieben waren, sorgten bis zum Ende für eine dynamische und friedliche Atmosphäre auf dem Domplatz.

Ein Kommentar

  1. Vorab: Dröhnende Demo-Musik ist schlecht für das Gehör und die Intelligenz. Als intelligenter Mensch gehe ich Demo-Musik aus dem Weg.

    1) Auch bei uns in Bayern ist die dreizehnjährige AfD sehr stark:

    Bundestagsw. 2025: AfD in Bayern 19 %
    Landtagswahl 2023: AfD in Bayern 14,6 %
    + J. Datko – Ingenieur, Physiker – Regensburg – AfD-Stammwähler +
    PS: Für mich sind insbesondere der Widerstand gegen die massive Einwanderung in das deutsche Sozialsystem als auch der Widerstand gegen die fatale Neuverschuldung der Regierung Merz (CDU/CSU, SPD) wichtig.

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