Münster soll Corona-Impfzentrum bekommen (Update) Maßnahme als Teil der „Nationalen Impfstrategie“ / Feuerwehr mit Vorbereitungen beauftragt

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In Münster soll ein Impfzentrum entstehen, um die 50 weitere im ganzen Bundesland. (Symbolbild: CC0)
In Münster soll ein Impfzentrum entstehen, um die 50 weitere im ganzen Bundesland. (Symbolbild: CC0)

In den kommenden Tagen beginnt die Stadt Münster mit den Vorbereitungen zum Aufbau eines Corona-Impfzentrums. Derweil sind auch in Münster Betrüger unterwegs, die Geld für angebliche Tests durch das Gesundheitsamt verlangen.

Zu Beginn der Woche haben die Bundeskanzlerin und die Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder die Bundesländer aufgefordert, Impfzentren und Impfstrukturen so vorzuhalten, dass „eine kurzfristige Inbetriebnahme möglich ist“, wie es in dem Beschluss heißt. So sei davon auszugehen, „dass es im 1. Quartal 2021 mindestens einen wirksamen und zugelassenen Impfstoff gegen das Corona-Virus geben wird“, wie die Stadt Münster am Nachmittag mitteilte.

In NRW sollen etwa 50 Impfzentren entstehen, eines davon in Münster. Wolfgang Heuer, der Leiter des städtischen Krisenstabes, erklärte dazu: „Viele Abstimmungen stehen zwar noch aus, aber nach derzeitigem Kenntnisstand sollen die Kommunen zumindest für die Herrichtung der Zentren verantwortlich sein. Im Corona-Impfzentrum werden voraussichtlich verschiedene Partner aus dem Gesundheitswesen zusammenarbeiten, um gemeinsam die geplante schrittweise Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen.“

Die Verantwortlichen der Stadt gehen davon aus, dass „sehr kurzfristig der Startschuss für die Vorbereitungen gegeben wird“, dann könne man auch Angaben zu einem möglichen Standort und der notwendigen Infrastruktur für das Impfzentrum geben. „Der Aufbau der geplanten Impfzentren hat höchste Priorität, da mit der Impfung der Bevölkerung die entscheidende Wende der Pandemiebekämpfung einhergehen wird“, so Heuer weiter. „Das wird für alle Beteiligten ein organisatorischer und logistischer Kraftakt werden.“

Betrüger verlangen Geld für Coronatests

Nach Auskunft der Stadtverwaltung werden derzeit wahllos vor allem ältere Menschen mit unterdrückter Telefonnummer angerufen. Die Stimmen am anderen Ende geben sich als Mitarbeitende des städtischen Gesundheitsamtes aus und fordern für eine spontane Testung auf das Coronavirus die Herausgabe der Adresse. Außerdem 98 Euro für den Test gleich vor Ort bezahlt werden. Ähnliche Fälle sind in den vergangenen Tagen aus dem gesamten Bundesgebiet bekannt geworden. Betroffene sollten bei Unsicherheiten die Polizei rufen.

Die Stadt Münster weist in diesem Zusammenhang aber darauf hin, dass durchaus ein Anruf durch das Gesundheitsamt durchaus erfolgen kann: Denn hat sich eine Person nachweislich mit dem Coronavirus infiziert, werden mögliche Infektionsketten zurückverfolgt und die von ihr genannten Kontaktpersonen angerufen. Telefonisch wird das weitere Vorgehen abgestimmt, wie beispielsweise die Empfehlung zur Quarantäne oder zur Testung. Dafür wenden sich Betroffene dann in der Regel an den Hausarzt.

 


Update (17:10 Uhr / PM) – Der Krisenstab der Stadt Münster hat heute die Berufsfeuerwehr federführend mit den Vorbereitungen für den Aufbau des Corona-Impfzentrums beauftragt. Krisenstabsleiter Wolfgang Heuer betonte, dass viele Details für das aufzubauende Angebot noch nicht bekannt sind. Klar sei aber, dass es beim Aufbau des Impfzentrums in Münster keine Verzögerungen geben dürfe. Heuer: „Im Rahmen der Pandemiebekämpfung ist es eine der wichtigsten Aufgaben, ein solches Impfzentrum rechtzeitig vorzuhalten. Hierzu bündeln wir jetzt die Kräfte.“ Für die Durchführung werde der Krisenstab im Sinne einer „Impfallianz“ auf mögliche Partner aus dem Gesundheitswesens zugehen. Feuerwehrchef Gottfried Wingler-Scholz sieht die Feuerwehr gut aufgestellt für die anstehende große Aufgabe und verweist auf erste logistische Überlegungen: „Als möglicher Standort des Impfzentrums kommt die Halle Münsterland in Betracht, hier stehen ausreichende Flächen und Parkplätze zur Verfügung und die Halle ist sehr gut erreichbar.“

Unterdessen hat der Krisenstab ein Hilfeersuchen an die Bundeswehr adressiert. Wie in anderen Städten werden voraussichtlich auch in Münster demnächst Soldaten die Stadtverwaltung bei der Pandemiebekämpfung unterstützen. Geplantes Aufgabenfeld sind mobile Testungen des Gesundheitsamtes. Wolfgang Heuer: „Hier fehlt es an geschultem medizinischen Personal, eine Unterstützung durch die Bundeswehr würde uns sehr helfen.“

Die Stadt bittet darum, von Fragen zum Thema Impfzentrum bei der Corona-Hotline der Stadt oder auch den Hausärzten vorerst abzusehen. „Das massive öffentliche Interesse am Thema Impfzentrum ist verständlich. Aber wir benötigen die Kapazitäten der Corona-Auskunftsstellen für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit aktuellen Corona-Informationen.“ Die Stadt werde engmaschig über alle relevanten Planungs- und Ausführungsschritte beim Aufbau des Impfzentrums informieren. „Im Januar wird dann das Thema Impfen für die Bürger akut.“

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