
Das Planetarium im LWL-Museum für Naturkunde öffnet an diesem Donnerstag, 14. Mai, nach einer rund dreiwöchigen Umbauphase wieder. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat nach eigenen Angaben die Projektionstechnik umfassend erneuert. Die Investition beträgt rund 2,4 Millionen Euro und soll mindestens acht Jahre genutzt werden.
Im Mittelpunkt der Modernisierung steht das Fulldome-Projektionssystem. Künftig sorgen zehn 4K-Projektoren, elf Hochleistungsrechner und eine neue Planetariumssoftware („Digistar 2026“) für die Darstellung. Auch die Systemsteuerung, etwa für Licht und Abläufe, wurde erneuert, wie der LWL in einer Medienmitteilung erklärt.
Was sich für Besucherinnen und Besucher ändert
Für das Publikum soll sich vor allem die Bildqualität verändern. Die Auflösung bleibe auf dem bereits hohen Niveau, gleichzeitig verbesserten sich Helligkeit und Farbdarstellung deutlich. Die Projektion sei nun etwa doppelt so hell, zudem ermögliche ein erweiterter Farbraum feinere Abstufungen und realistischere Szenen, von Galaxien bis zu Darstellungen der Erde.
LWL-Direktor Dr. Georg Lunemann nennt die Erneuerung eine Investition in die Bildungsarbeit. „Mit dieser Investition sichern wir unser Planetarium als einen wichtigen Ort der Wissensvermittlung und der Begeisterung für Naturwissenschaften“, sagt Lunemann. „Wir schicken zwar keine Menschen zum Mars, aber wir holen die Planeten zum Publikum.“ Zudem betont er: „Die eigentliche Verbesserung findet dort statt, wo sie am wichtigsten ist: im Bild.“
Warum umgebaut wurde und was heute läuft
Als Grund für die Modernisierung nennt der LWL das Alter der bisherigen Technik. Die Projektoren hätten nach sieben Jahren das Ende ihrer Lebensdauer erreicht, einzelne Geräte hätten bereits nicht mehr reparierbare Bildfehler gezeigt. Auch die eingesetzten Rechner seien zum Teil bis zu zehn Jahre alt gewesen. LWL-Chefastronom Dr. Tobias Jogler sagt: „Ohne diese Investition hätte das Planetarium den Betrieb irgendwann einstellen müssen.“ Durch die neue Technik werde das Publikum das Gefühl haben, „noch stärker mitten im Geschehen zu sein“, die gesteigerte Bildqualität erhöhe die „Immersion spürbar“.
Neben der Projektion sieht der LWL auch inhaltliche Vorteile. Durch die aktuelle Software könnten Datensätze dargestellt werden, die zuvor zu groß oder zu komplex gewesen seien. „Viele Inhalte wie beispielsweise unsere Heimatgalaxie werden jetzt auf dem aktuellen Stand der Forschung dargestellt. Das ermöglicht präzisere und realitätsnähere Darstellungen des Universums“, erklärt Jogler. Auch die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger verweist auf den Bildungsaspekt: „Mit der neuen Technik können wir wissenschaftliche Inhalte nicht nur aktueller, sondern auch deutlich anschaulicher vermitteln.“
Zur Wiedereröffnung zeigt das Planetarium an diesem Donnerstag mehrere Vorstellungen um 10, 11, 12, 14, 15, 16 und 17 Uhr. Für 17 Uhr ist die Show „Unterwegs in der Milchstraße“ angekündigt, die nach Angaben des LWL ab zehn Jahren empfohlen wird und an diesem Tag erstmals öffentlich gezeigt werden soll.
