
Mitte Juli angekündigt, kommt es knapp einen Monat später zur Umsetzung: Vor und hinter dem Hauptbahnhof wurde eine Waffenverbotszone eingerichtet. Ab sofort ist es der Polizei möglich, innerhalb dieses Bereichs ohne Anlass Taschen zu durchsuchen. Sollte ein Messer oder ein anderer gefährlicher Gegenstand gefunden werden, drohen empfindliche Geldstrafen von bis zu 10.000 Euro.
„Wir wollen, dass sich die Menschen hier sicher fühlen. Wir dulden in diesem Bereich keine Waffen oder anderen gefährlichen Gegenstände“, betont Polizeipräsidentin Alexandra Dorndorf während der Eröffnung der Waffenverbotszone. Erkennbar ist die Verbotszone an insgesamt 50 auffälligen gelben Schildern. Der Hauptbahnhof sei ein sogenannter chronischer Kriminalitätsschwerpunkt, im vergangenen Jahr habe es fast 60 Straften mit Waffen vor und hinter dem Hauptbahnhof gegeben. Insgesamt gab es 1600 Straftaten im westlichen Bereich des Hauptbahnhofs und 824 am Bremer Platz. „Wir haben eine steigende Tendenz in Münster, was Messertaten anbelangt“, wie Dorndorf erklärt.

Innerhalb der Waffenverbotszone ist es nun möglich, Taschen ohne besonderen Anlass zu kontrollieren. Wer bei der Reise in den Urlaub immer ein Taschenmesser dabei, muss allerdings nicht um seine Urlaubskasse fürchten, sofern das Messer zum Beispiel tief im Koffer vergraben ist, „Wenn mindesten drei Handgriffe nötig sind, um die Waffe oder das Messer einsatzbereit zu haben, droht keine Anzeige“. Man unterlasse keine Anstrengung, um die Sicherheit der Bevölkerung bestmöglich zu schützen, so Dorndorf. Aber sowohl die Polizeipräsidentin, als auch Ordnungsdezernent Wolfgang Heuer sind sich darüber im Klaren, dass eine Kontrolle nicht rund um die Uhr und sieben Tage die Woche erfolgen kann. So sei auch nicht das Ordnungsamt zuständig, sondern die Polizei, wenn es zum Beispiel um Taschenkontrollen geht.
Alexandra Dorndorf sieht das Tragen von Waffen und Messern in der Öffentlichkeit naturgemäß kritisch: „In Deutschland muss niemand ein Messer tragen, um sich zu verteidigen“. Sie sieht aktuell eine Eskalationsspirale, wie man sie sonst nur aus anderen Ländern kenne. So würden Menschen, die ein Messer bei sich tragen, sich immer wieder damit rechtfertigen, dieses zu brauchen, um sich bei Bedarf gegen andere Menschen verteidigen zu können, die ein Messer mit sich führen. „Das ist eine Haltung, die sich in der Gesellschaft zurückentwickeln muss!“ Neben Münster haben auch Köln, Düsseldorf und Hamm Waffenverbotszonen.
- 300 Kilometer Hoffnung - 29. Mai 2026
- WDR plant keine Pause für Münster-Tatort - 22. Mai 2026
- Sauberer als vorgeschrieben: Münster setzt auf Hightech gegen Schadstoffe - 18. Mai 2026
