
Die Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens 2026 findet am 1. Oktober im Historischen Rathaus zu Münster statt. Das teilte die Wirtschaftliche Gesellschaft für Westfalen und Lippe e.V. (WWL) am Montag mit. Ausgezeichnet wird in diesem Jahr die NATO. Stellvertretend für das Bündnis soll NATO-Generalsekretär Mark Rutte den Friedenspreis entgegennehmen. Die Laudatio auf die NATO hält Bundeskanzler Friedrich Merz.
Bereits im November hatte die WWL bekannt gegeben, dass die NATO den Hauptpreis erhalten soll. Die Jury begründete die Entscheidung damals unter anderem mit der Rolle des Bündnisses für Stabilität, Partnerschaft und Sicherheit in einer Zeit globaler Unsicherheit. Die Entscheidung hatte in Münster allerdings auch Kritik ausgelöst. Der Verein Friedensinitiativen in Münster e.V. bezeichnete die Ehrung eines Militärbündnisses als „höchst fragwürdig“ und sahen darin einen Widerspruch zur Botschaft des Westfälischen Friedens.
Jugendpreis für socioMovens
Neben der NATO wird auch die Organisation socioMovens – Giving Europe a Soul ausgezeichnet. Sie erhält den Jugendpreis des Westfälischen Friedenspreises 2026. Die Laudatio auf socioMovens hält Kardinal Michael Czerny, Migrationsbeauftragter des Heiligen Stuhls. Die WWL beschreibt ihn in ihrer Mitteilung als eine der profiliertesten humanitären Stimmen der katholischen Weltkirche.
socioMovens ist ein internationales Jugendnetzwerk mit Wurzeln in Mittel- und Osteuropa. Die Organisation fördert soziales Engagement, europäische Verständigung und eine werteorientierte Jugendkultur. Bereits bei der Bekanntgabe der Preisträger hatte die WWL darauf verwiesen, dass junge Menschen in Projekten und Jugendcamps ermutigt würden, soziale Verantwortung zu übernehmen und sich für gesellschaftlichen Zusammenhalt einzusetzen.
Bürgerdialog zum Friedenspreis im Mai
Der Friedenspreis soll in diesem Jahr von einem Rahmenprogramm begleitet werden. Den Auftakt bildet nach Angaben der WWL ein offener Bürgerdialog am 26. Mai in der Friedenskapelle am Friedenspark. Beginn ist um 18 Uhr. Unter der Leitfrage „Was braucht Frieden heute?“ sollen Bürgerinnen und Bürger über globale Sicherheit, gesellschaftlichen Zusammenhalt, wirtschaftliche Stabilität und die Friedensverantwortung des Einzelnen ins Gespräch kommen.
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„Der Internationale Preis des Westfälischen Friedens 2026 ist mehr als eine Auszeichnung: Er ist der Rahmen für ein umfangreiches Programm, das die zentralen Fragen unserer Zeit aufgreift“, erklärt WWL-Vorsitzender Dr. Reinhard Zinkann in der Mitteilung.
Erneuter Besuch im Rathaus
Der Westfälische Friedenspreis wurde erstmals 1998 aus Anlass der 350-Jahr-Feier des Westfälischen Friedens vergeben. Seitdem wird er alle zwei Jahre im Rathaus von Münster verliehen. Zuletzt wurde 2024 der französische Präsident Emmanuel Macron ausgezeichnet. 2025 erhielt die Holocaust-Überlebende Margot Friedländer den Sonderpreis des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens.
Friedrich Merz war zuletzt am 1. September 2025 als Bundeskanzler in Münster. Damals kam er zu einem NRW-Antrittsbesuch ins Historische Rathaus, wo er gemeinsam mit Ministerpräsident Hendrik Wüst und dem Landeskabinett tagte. Stationen waren außerdem die Dominikanerkirche und die Fraunhofer-Einrichtung Forschungsfertigung Batteriezelle in Hiltrup. Am 1. Oktober wird Merz zur Verleihung des Internationalen Preises des Westfälischen Friedens nun also erneut im Historischen Rathaus erwartet.
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