Mahnwache am Rathaus für die Ukraine Vierter Jahrestag des russischen Angriffskrieges / Weihbischof Zekorn: „Die Ukrainer verteidigen unsere Freiheit“

Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bekräftigte bei der Kundgebung zum vierten Jahrestag des russischen Überfalls die Solidarität der Kirche von Münster. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner)
Weihbischof Dr. Stefan Zekorn bekräftigte bei der Kundgebung zum vierten Jahrestag des russischen Überfalls die Solidarität der Kirche von Münster. (Foto: Bischöfliche Pressestelle / Gudrun Niewöhner)

Vor dem Historischen Rathaus haben Menschen am Samstag (21. Februar) an den vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine erinnert. Weihbischof Dr. Stefan Zekorn sicherte den Ukrainerinnen und Ukrainern dabei die weiterhin uneingeschränkte Unterstützung der katholischen Kirche in Münster zu. „Die Ukrainer verteidigen nicht nur ihr eigenes Land – sie verteidigen unsere Freiheit“, sagte er.

Zekorn machte in seiner Rede deutlich, dass er eine fortgesetzte Unterstützung der Ukraine für notwendig hält. „Wir sind heute hier, weil wir wollen, dass die Ukraine weiterhin mit allem unterstützt wird, was zu ihrer Verteidigung und für das Leben der Menschen wichtig ist! Wir sind heute hier, um unsere Solidarität mit dem ganzen ukrainischen Volk in seinem Kampf um Leben und Freiheit zu bekunden!“, sagte der Weihbischof. Zudem kritisierte er Russlands Präsidenten Wladimir Putin und erklärte: „Echter Friede in der Ukraine und darüber hinaus wird nur möglich, wenn das terroristische Regime in Moskau in seine Grenzen verwiesen und in seiner Macht beschränkt wird!“ Putin gehe es um die Wiedererrichtung eines großrussischen Reiches. Zekorn warnte davor, dem Aggressor politisch entgegenzukommen: „Wir haben 2014 nicht geglaubt, dass die Besetzung von Teilen der Ukraine nur ein Schritt ist, dem weitere folgen. Es folgten weitere Schritte. Und es werden noch weitere folgen, wenn das russische Terrorregime nicht gestoppt wird.“

Betrifft ganz Europa

Auch Mariya Sharko von der Abteilung Weltkirche des Bistums Münster sprach bei der Kundgebung. Sie hatte die Gedenkveranstaltung mitvorbereitet und betonte als Ukrainerin: „Ich komme aus einem Land, das um seine Freiheit kämpft. Und ich sage bewusst: um seine Freiheit. Nicht um sein Territorium. Nicht um Macht. Sondern um das Recht, selbst zu entscheiden, wie wir leben wollen.“ Der Krieg betreffe nicht nur die Ukraine, sagte Sharko: „Er betrifft ganz Europa.“ Mit Blick auf die Bedeutung für den Kontinent stellte sie Fragen zur internationalen Ordnung: „Darf ein Staat mit Gewalt Grenzen verschieben? Darf Macht über Recht stehen? Wenn die Antwort Ja lautet, dann ist kein Land wirklich sicher.“ Die Ukrainerinnen und Ukrainer verteidigten ihre Freiheit, ergänzte sie: „Aber wir verteidigen auch die Idee eines Europas, in dem Recht stärker ist als Gewalt.“

Richtet sich gegen die Menschlichkeit

Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs verurteilte den Angriffskrieg ebenfalls. „Er richtet sich nicht nur gegen die Ukraine, er richtet sich gegen die Menschlichkeit – gegen uns alle“, sagte Fuchs und fügte an: „Wir lassen Euch nicht allein.“ Veranstaltet wurde die Kundgebung von der Abteilung Weltkirche im Bistum Münster, dem Verein Ukrainische Sprache und Kultur in Münster sowie dem Verein UAre Ukrainehilfe aus aller Welt, wie es in einer Medienmitteilung der Bischöflichen Pressestelle Münster heißt. Am Ende der Veranstaltung sprach Pfarrer Mykhailo Gutsuliak von der ukrainisch-katholischen Gemeinde in Münster ein Gebet für die Gefallenen des Krieges.

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