Letzte Töne von der Starlight Family Das Abschiedskonzert der großen Coverband mit vielen Gastmusikern war der Höhepunkt bei "Münster Mittendrin" am Freitag

Das Abschiedskonzert der Starlight Family mit vielen Gastmusikern war der Höhepunkt bei „Münster Mittendrin“ am Freitag. (Foto: Jonathan Wolter)

Wir haben uns gestern ein wenig das Programm vom Stadtfest „Münster Mittendrin“ angeschaut und sind dann beim stimmungsvollen Abschiedskonzert von der Starlight Family hängen geblieben. Hier unser kleiner Bericht.

In Münster wird gerne zu bekannten Liedern mitgesungen – das fiel am ersten Tag von „Münster Mittendrin“ auf, das dieses Jahr nur ein Teil der übergroßen Veranstaltung „NRW-Tag 2026“ ist. Abgesehen von den Highlight-Konzerten am Freitag auf dem Domplatz beschränkt es sich diesmal auf drei Bühnen entlang der Salzstraße, von der „Bunten Bühne“ am Erbdrostenhof bis zur „Rock-, Party- und Coverbühne“ am Drubbel im Schatten der Lambertikirche.

Mit wirklich mitreißendem Rock’n’Roll und Rockabilly hatten The Silverettes ihr Publikum an der „Hot Jazz Club Beats-Bühne“ neben der Dominikanerkirche schnell im Griff und regten hier und da zum Mitsingen an. Leider kam der – zu Glück nur recht kurze – Regenschauer genau während ihres Auftritts. So erging es auch der Sängerin TINA, die alleine mit Gitarre auf der Bühne am Drubbel stand und es in der Abendsonne nach dem Regen ebenfalls schaffte, wenigstens einen Teil des Publikums zum Singen zu bewegen.

Am ausdauerndsten und am stimmungsvollsten gelang es gestern aber der „Starlight Family“, die auf der „Bunten Bühne“ zwischen der Kneipe „Der bunte Vogel“ und dem Erbdrostenhof ihr Abschiedskonzert nach 35 Jahren Bandgeschichte feierte. Denn dem angekündigten einstündigem Auftritt der Band um Ekki Kurz schloss sich eine tatsächlich fast dreistündige „Zugabe“ mit zahlreichen Musikern an, die im Laufe der Jahre mal dazu gehört hatten.

Starlight Family mit vielen Gastmusikern

Vor allem die vielen sehr unterschiedlichen Sängerinnen und Sänger überraschten mit ihrer Vielfalt, wie Stefan, Oli, Kiki, Nadine oder Pani & Zink. Alle präsentierten wenigstens ein oder zwei Stücke, die genau zu ihrer Stimme und ihrem Typ passten. Allein dadurch ergab sich ein Parforce-Ritt durch die Musikgeschichte von den 1970er bis mindestens 1990er Jahren – und viel Material zum Mitsingen. Mirko Triphaus kletterte sogar auf den Lichtmast, um das begeisterte Publikum von dort zu dirigieren.

Es gab in all den Jahren von „Starlight Excess“ und ihren Ablegern eben viele Rampensäue in der Family, nicht nur Ekki Kurz. „Wenn du sowas machst, musst du eine Rampensau sein, du kannst da nicht langweilig herumstehen“, erklärte uns Ekki hinterher in einem kurzen Interview. „Du bist als Musiker immer ein bisschen extrovertiert unterwegs, du willst ja Leute unterhalten. Du willst sie mitnehmen auf eine Reise, und das geht nicht, wenn man nur doof in der Ecke steht. Da muss man schon nach vorne gehen.“

Ekki Kurz bestätigte nach insgesamt vierstündigen Konzert unsere Wahrnehmung, dass er sich extra etwas zurückgenommen hat, um die vielen Gäste in den Vordergrund zu stellen: „Das war zwar unser letzter Auftritt, aber die Gäste waren mir das Wichtigste.“ Dass das Programm dadurch nicht wie aus einem Guss wirkte, war Nebensache, wenn nicht sogar Absicht. Denn dadurch wurde es nie langweilig, obwohl man jedes Lied kannte. „Wir machen nur Sachen, also nur Songs, wo wir selber Bock drauf haben“, meinte der Frontmann der Band, „uns muss es Spaß machen. Wenn das nicht der Fall ist, dann sind wir unauthentisch. Wir waren immer sechs Leute mit sechs verschiedenen Meinungen, mit sechs verschiedenen Geschmäckern. Und wir sind sehr demokratisch, jeder konnte seinen Kram einbringen. Und dadurch ist diese Vielfalt entstanden. Alles Zufall, aber gute Fügung.“

(Foto: Jonathan Wolter)

„Die Starlight Family sagt Danke!“

Und so ganz ist es auch für ihn nicht vorbei: „Ich mache weiter mit Middle Excess, das ist die kleine Option. Und ich mache weiter meine eigene Songs – also ich bleibe Musiker.“ Aber die Starlight Family und Starlight Excess sind ab jetzt Geschichte: „Was nicht heißt, dass es nicht mal sein kann, dass wir irgendwann mal irgendwo mit genau den Leuten irgendeinen Termin spielen. Da heißt es aber nicht mehr Starlight, dann heißt es Ekki and Friends oder sonst was. Aber ich will den Namen Starlight beerdigen. Ein Pferd soll man nicht kaputt reiten.“

Gleich mehrere stimmungsvolle Abschiedslieder gab es zum Abschluss, von „Knockin‘ On Heaven’s Door“ nach dem Vorbild von Guns’n’Roses bis „My Way“, gesungen vom 77-jährigen Drummer Christian – zwar mitunter mit etwas brüchiger Stimme, aber an den entscheidenden Stellen vom inbrünstig mitsingenden Publikum getragen. Das konnte einfach nicht genug bekommen und erklatschte sich Zugaben, bis um Mitternacht nach vier Stunden für das Abschiedskonzert der Starlight Family endgültig der letzte Vorhang fiel.

Unterstütze unsere Arbeit

Unser Lokaljournalismus ist dir mehr wert als nur ein Like? Jetzt spenden!

EUR
Du wirst zu PayPal weitergeleitet.

Ein Kommentar

  1. Das hast du sehr schön auf den Punkt gebracht.
    Einzig… der Schlagzeuger, der auch My Way sang, hieß Harry …. nicht Christian. Aber bei so vielen Gästen ist es verständlich, dass da auch etwas durcheinander geraten kann. Ansonsten ist es perfekt wiedergegeben worden. Beste Gr. Ekki

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert