Landmarken kauft Grundstück am Stadthafen Auf dem früheren Osmo-Gelände sollen Wohnungen, Hotel und Gastronomie entstehen

Direkt am Wasser ist zwischen Wohngebäuden und Hotel ist ein zentraler öffentlicher Platz geplant. (Foto: Entwurf Kleihues + Kleihues Architekten/Visualisierung Ponnie Images)
Direkt am Wasser ist zwischen Wohngebäuden und Hotel ist ein zentraler öffentlicher Platz geplant. (Foto: Entwurf Kleihues + Kleihues Architekten/Visualisierung Ponnie Images)

Nach dem Rückzug der LVM gibt es für das letzte große Baufeld auf dem ehemaligen Osmo-Gelände am Stadthafen einen neuen Investor. Die Landmarken AG hat am Freitag, 2. Oktober, den Kaufvertrag für ein rund 10.000 Quadratmeter großes Grundstück zwischen Hafenweg und Hafenbecken unterzeichnet. Verkäuferin ist die Stadtwerke Münster GmbH.

Das Grundstück hat bereits eine längere Planungsgeschichte. Die Stadtwerke hatten die Fläche 2015 ausgeschrieben und nach einem Konzeptentwicklungswettbewerb 2017 an die LVM Versicherung verkauft. Ende 2024 kündigte die LVM die Rückgabe des Grundstücks an und machte von einem vertraglich vereinbarten Rücktrittsrecht Gebrauch. Anfang August 2025 wurde die Fläche an die Stadtwerke zurückübertragen, anschließend startete ein neues Auswahlverfahren. In diesem setzte sich nun die Landmarken AG durch. Geplant ist ein gemischt genutztes Quartier mit Wohnungen, Büros, Gastronomie, Hotel und öffentlich zugänglichen Flächen am Wasser. Wie die Stadt Münster in einer Medienmitteilung erklärt, soll das Projekt den letzten noch offenen Baustein auf dem ehemaligen Osmo-Gelände bilden.

115 Wohnungen und ein Hotel

Im westlichen Bereich des Grundstücks sind drei sechsgeschossige Wohngebäude mit insgesamt 115 Wohnungen vorgesehen. Rund ein Drittel der Wohnfläche soll öffentlich gefördert werden. In den Erdgeschossen zum Hafenweg und zur Hafenpromenade sind Gewerbeflächen geplant. Zwischen den Wohngebäuden sollen Grün- und Spielflächen entstehen. Unterirdisch ist eine Tiefgarage mit mehr als 200 Stellplätzen vorgesehen. Vom Hafenweg aus soll der Blick auf das Wasser teilweise erhalten bleiben. Östlich davon ist ein viergeschossiges Gebäude geplant. Im Erdgeschoss soll Gastronomie einziehen, darüber sind auf drei Etagen Büroflächen vorgesehen.

Öffentlicher Platz direkt am Wasser

Am Standort des früheren Coconut Beach soll eine Fläche direkt am Hafenbecken unbebaut bleiben und als öffentlicher Platz gestaltet werden. Nach Angaben des Investors soll dieser Bereich auch ohne Konsum genutzt werden können.

So soll sich die Fläche am Stadthafen entwickeln: links drei Wohngebäude, rechts ein Hotel mit Rooftop-Bar.
So soll sich die Fläche am Stadthafen entwickeln: links drei Wohngebäude, rechts ein Hotel mit Rooftop-Bar. (Foto: Entwurf Kleihues + Kleihues Architekten/Visualisierung Ponnie Images)

Auf der Ostseite des Grundstücks ist außerdem ein Hotel mit bis zu 200 Zimmern geplant. Vorgesehen ist eine öffentlich zugängliche Rooftop-Bar auf einer Dachterrasse in rund 50 Metern Höhe. Ein weiteres sechsgeschossiges Gebäude im Übergang zum bestehenden Speicher soll Platz für gewerbliche Nutzungen bieten. Für den Entwurf sind die münsterschen Architekten Kleihues + Kleihues verantwortlich. Die Freiraumplanung stammt vom ebenfalls in Münster ansässigen Büro brandenfels landscape + environment.

Bebauungsplan noch nicht abgeschlossen

Grundlage für die weitere Entwicklung soll der neue Bebauungsplan Nr. 600 „Stadthafen Nord“ werden. Dieser befindet sich nach Angaben der Stadt noch in der finalen Erarbeitungsphase. Das Plangebiet umfasst neben dem Landmarken-Projekt weitere Baufelder sowie den Bereich um den bestehenden Speicher. Nach derzeitigem Planungsstand sollen zwischen Stadthafen und Schillerstraße insgesamt 800 bis 900 Wohnungen entstehen. Hinzu kommen Büro- und Dienstleistungsflächen, Gastronomie, zwei Hotels und eine Kita. Die einzelnen Projekte sollen durch eine gemeinsame Freiraumgestaltung sowie Fuß- und Radverbindungen miteinander verbunden werden. Die Stellplätze für Autos sind überwiegend in Tiefgaragen vorgesehen.

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