Komplott in Münsters High Society Simone Hausladens neuer Krimi macht das Kramermahl zum Tatort

In Simone Hausladens neuem Krimi setzt ein Skandal beim traditionellen Kramermahl Ereignisse in Gang, die die Grundfesten der gehobenen Gesellschaft erschüttern. (Foto: Michael Wietholt)
In Simone Hausladens neuem Krimi setzt ein Skandal beim traditionellen Kramermahl Ereignisse in Gang, die die Grundfesten der gehobenen Gesellschaft erschüttern. (Foto: Michael Wietholt)

Ein Kommissar – selbstverständlich mit Alkoholproblem – der eine gescheiterte Beziehung hinter sich hat und sich daher in eine neue, weit von der Heimat entfernte Dienststelle versetzen lässt, um einen Neuanfang zu wagen. Ein Einstieg, der vermutlich nicht direkt den Innovationspreis der Kriminalautorengewerkschaft gewinnen würde, wenn es ihn denn gäbe. Gefühlt jeder zweite skandinavische, deutsche oder englische Krimi samt zugehöriger Vorabendserie verlässt sich auf dieses altbewährte Schema, wenn es um die Hintergrundgeschichte des Protagonisten geht.

Erfreulicherweise haben wir es bei Simone Hausladens neuem Roman „Das Münster-Komplott – der Tod kommt nach dem Kramermahl“ allerdings nicht mit dem klischeehaften, grummeligen Exemplar dieses Schlags zu tun, sondern mit einem jungen, erfolgreichen Ermittler in leitender Position, der um seine Dämonen weiß und sich ihnen – mal mehr, mal weniger erfolgreich – stellt.

Mix aus verschiedensten Charakteren auf beiden Seiten des Gesetzes

Neben seinen persönlichen Herausforderungen hat er jedoch auch mit seinem beruflichen Neustart als leitender Hauptkommissar bei der Münsteraner Kriminalpolizei direkt einen schweren Stand. Sein erster Fall weist Verzweigungen in höchste gesellschaftliche Kreise auf und erfordert bereits seinen vollen Einsatz, bevor er überhaupt sein Team kennen gelernt hat. Es entspinnt sich eine Mischung aus spannendem Kriminalfall und psychologischem Thriller, garniert mit einem interessant gestalteten Mix aus verschiedensten Charakteren auf beiden Seiten des Gesetzes, die Hauptkommissar Konstantin Dietrich wahlweise unterstützen oder ihm das Leben schwer machen. Es mangelt im gesamten Handlungsverlauf weder an Spannung noch an immer neuen – menschlichen wie fachlichen – Herausforderungen für die frisch gebackene Führungskraft, auch menschliche Abgründe bleiben nicht unbeleuchtet.

Das Setting trifft mitten in Herz und Seele der Stadt

Das Setting in Münster trifft mitten in Herz und Seele der Stadt: ausgerechnet das traditionelle Kramermahl, eine der wichtigsten Veranstaltungen für die wirtschaftliche und politische Elite, wird von einem Skandal überschattet, der eine Kette von Ereignissen in Gang setzt, die nicht nur das Ermittlerteam des KK 11 in Atem hält, sondern auch die Grundfesten der gehobenen Kreise der Stadt gründlich erschüttert.

Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten, denn den Spaß am Mitraten, -fiebern und -leiden bei diesem ausgesprochen lesenswerten Krimidebüt möchten wir niemandem vorenthalten. Und auch wenn noch kein Nachfolger angekündigt ist, bleibt doch die Hoffnung, von diesem sympathischen Team samt seiner Randfiguren noch mehr zu lesen – Potential für eine Serie (vielleicht auch in verfilmter Form?) ist auf jeden Fall vorhanden.

Simone Hausladen: Das Münster-Komplott. Der Tod kommt nach dem Kramermahl. Gmeiner Verlag Meßkirch 2025, 315 Seiten, 15,00 Euro. ISBN 978-3-8392-0851-9.

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