Keine 10.000 Runden durch den Kreisverkehr Initiative sagt Protestaktion am Kreisel an der Von-Esmarch-Straße nach Polizeigespräch ab

Um diesen Kreisverkehr wollten Unterstützer des Bürgerbegehrens am Sonntag insgesamt 10.000 Fahrradrunden drehen. Die Aktion kann nicht wie geplant stattfinden. (Foto: Thomas Hölscher)
Um diesen Kreisverkehr wollten Unterstützer des Bürgerbegehrens am Sonntag insgesamt 10.000 Fahrradrunden drehen. Die Aktion kann nicht wie geplant stattfinden. (Foto: Thomas Hölscher)

Die für Sonntag geplante Aktion „10.000 Kreisel gegen die Ampel“ am Kreisverkehr Von-Esmarch-Straße kann nicht wie vorgesehen stattfinden. Unterstützer des laufenden Bürgerbegehrens wollten den Kreisel mit Fahrrädern insgesamt 10.000-mal umrunden und damit auf die benötigten Unterschriften für ihr Anliegen aufmerksam machen.

Die Aktion sollte am Sonntag, 6. September, zwischen 15 und 18 Uhr stattfinden. Neben den symbolischen Fahrradrunden wollten die Organisatoren weitere Unterschriften sammeln und bereits ausgefüllte Listen entgegennehmen. Nach einem Kooperationsgespräch mit der Polizei sehen die Organisatoren allerdings keine Möglichkeit mehr, die gemeinsame Fahrradfahrt in der vorgesehenen Form durchzuführen.

Wie die Initiative „Kreisel statt Ampel“ in einer Medienmitteilung erklärt, habe die Polizei bei dem Gespräch ihre Auflagen konkretisiert. Nach Einschätzung der Antragsteller könne dadurch „der geplante Charakter einer gemeinsamen Radfahrt um den Kreisel“ nicht mehr realisiert werden. Welche konkreten Auflagen zu dieser Einschätzung geführt haben, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Unterschriften werden weiter gesammelt

Die Unterschriftensammlung für das Bürgerbegehren läuft unabhängig davon weiter. Die Initiative verweist nun insbesondere auf die Gievenbecker Sommersause am Kleinen Rüschhausweg am Samstag, 5. September. Dort wollen Unterstützer des Bürgerbegehrens zwischen 12 und 20 Uhr vertreten sein. Bürger können dort ausgefüllte Listen abgeben oder das Bürgerbegehren unterschreiben.

Unterstütze unsere Arbeit

Unser Lokaljournalismus ist dir mehr wert als nur ein Like? Jetzt spenden!

EUR
Du wirst zu PayPal weitergeleitet.

Hintergrund des Konflikts ist die Zukunft des Kreisverkehrs zwischen Von-Esmarch-Straße, Busso-Peus-Straße und Roxeler Straße. Der Rat hatte am 20. Mai mehrheitlich beschlossen, die zuvor gestoppten Planungen für einen Umbau zu einer ampelgeregelten Kreuzung wieder aufzunehmen. Der Kreisverkehr gilt seit 2018 durchgehend als Unfallhäufungsstelle. Nach Angaben der Stadt registrierte die Polizei dort zwischen 2018 und 2025 mehr als 73 Unfälle mit 42 Verletzten. Alle Verletzten waren mit Zweirädern unterwegs, 86 Prozent davon mit dem Fahrrad.

Nach Darstellung der Stadt kommt ein von ihr beauftragtes Gutachten zu dem Ergebnis, dass eine Ampelkreuzung gegenüber einem optimierten Kreisverkehr Vorteile bei der Verkehrssicherheit bietet. Die Stadt führt zudem die Möglichkeit an, den Busverkehr an einer solchen Kreuzung zu bevorrechtigen. Die Initiative setzt sich dagegen für einen optimierten Kreisverkehr ein.

10.013 Unterschriften erforderlich

Mit dem Ende Juni gestarteten Bürgerbegehren wollen die Initiatoren erreichen, dass der Ratsbeschluss aufgehoben und stattdessen die Planung eines optimierten Kreisverkehrs verfolgt wird. Dafür sind 10.013 gültige Unterschriften von Wahlberechtigten in Münster erforderlich. Die Frist für die Einreichung endet am 25. September. Erreicht das Bürgerbegehren die notwendige Zahl gültiger Unterschriften und erfüllt es die weiteren rechtlichen Voraussetzungen, muss sich der Rat erneut mit der Angelegenheit befassen. Bleibt er bei seiner bisherigen Entscheidung für die Ampelkreuzung, könnte es anschließend zu einem Bürgerentscheid kommen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert