Kein „Schauraum“ in diesem Jahr Eine Großveranstaltung wie das Fest der Museen und Galerien sei laut Stadt „unmittelbar nach dem Nordrhein-Westfalen-Tag nicht umsetzbar“

In den letzten Jahren war nicht mehr der Rathausinnenhof mit rotem Teppich, sondern der neu inszenierte Domplatz-Park das Zentrum für „Schauraum“. (Archivbild: Jasmin Otman)

Es gibt sicher nicht wenige Menschen in Münster, die sich jedes Jahr auf „Schauraum – Das Fest der Museen und Galerien“ freuen. Schließlich lässt sich da bei meist lauschigem Spätsommerwetter auf niedrigschwellige Art und mit vielen Gleichgesinnten Kunst und Kultur erleben. Doch dieses Jahr wird das beliebte Format pausieren, wie die Stadt Münster als Veranstalterin in dieser Woche entschieden hat. Hintergrund ist, dass Münster in diesem Jahr kurz vor dem traditionellen Schauraum-Wochenende Gastgeber für eine weitere Großveranstaltung ist, den Nordrhein-Westfalen-Tag.

An diesem „Nordrhein-Westfalen-Tag“, der in Wirklichkeit drei Tage dauert, feiert die Stadt gemeinsam mit der NRW-Staatskanzlei Ende August den 80. Geburtstag des Landes Nordrhein-Westfalen in Münster. Damit ist im Jahr eines runden Landesjubiläums erstmals nicht die Landeshauptstadt Düsseldorf Gastgeber des Nordrhein-Westfalen-Tages. Das hatten das Landeskabinett und der Rat der Stadt Münster im vergangenen Jahr beschlossen. Ausgerichtet wird das Großevent am letzten Augustwochenende vom 28. bis zum 30. August.

Der logistische und personelle Aufwand ist zu groß

Traditionell organisieren Münster Marketing und das Kulturamt der Stadt Münster jährlich im gleichen Zeitraum „Schauraum – das Fest der Museen und Galerien“. Nach eingehender Prüfung sei die Stadt Münster zu dem Schluss gekommen, dass die Durchführung einer weiteren Großveranstaltung unmittelbar nach dem dreitägigen Fest zum 80. Landesgeburtstag nicht möglich ist, da der logistische und personelle Aufwand zu groß sei, heißt es in der städtischen Pressemitteilung. Ausschlaggebend seien „insbesondere die stark gebundenen personellen Ressourcen auf Seiten der veranstaltenden Stellen sowie der Sicherheits- und Ordnungskräfte, die mit der Durchführung des Nordrhein-Westfalen-Tages in besonderem Maße beansprucht werden“.

Teile des Schauraum-Programms vielleicht beim NRW-Tag?

„Mit Blick auf das große Engagement, die Kreativität und Leidenschaft, mit der Münsters Kulturorte jedes Jahr aufs Neue den Schauraum gestalten, bespricht die Stadt mit den beteiligten Akteuren, ob sich die Nacht der Museen und Galerien in den Nordrhein-Westfalen-Tag integrieren lässt“, heißt es weiter in der Pressemeldung. Gemeint ist damit der zentrale Programmpunkt des Schauraums, bei dem jedes Jahr zahlreiche Kunstorte in der Stadt bis Mitternacht ihre Türen öffnen, nicht nur Museen und Galerien, sondern auch sonst nicht öffentlich zugängliche Räume und Sammlungen.

Unabhängig vom Ergebnis der Prüfung betonen die Veranstalter, dass sie „den Schauraum 2027 in gewohnter Form vorbereiten und die Vielfalt, Qualität und Lebendigkeit der münsterschen Museums- und Galerieszene wieder vollumfänglich sichtbar machen“ wollen.

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