Im Frühwarnnetz gegen Grippeviren Präpariert für die nächste Gefahr / Münster in deutschlandweitem Forschungsverbund FLU-PREP

Prof. Dr. Stephan Ludwig und Dr. Linda Brunotte sind die Verbundpartner in Münster. (Foto: privat)
Prof. Dr. Stephan Ludwig und Dr. Linda Brunotte sind die Verbundpartner in Münster. (Foto: privat)

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Münster beteiligen sich an einem neuen deutschlandweiten Forschungsverbund, der als „Frühwarnsystem“ zoonotische Grippeviren – also Erreger mit möglichem Übergang vom Tier auf den Menschen – schneller erkennen und ihr Pandemie-Risiko bewerten soll.

Wie die Universität Münster in einer Medienmitteilung erklärt, wird der Verbund FLU-PREP vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt über vier Jahre mit insgesamt 3,5 Millionen Euro gefördert; rund eine halbe Million Euro entfällt auf den Standort Münster.

So arbeitet FLU-PREP

Im Zentrum steht die Frage, wie gefährlich neu auftretende Influenza-A-Viren an der Schnittstelle zwischen Tier und Mensch werden können. Dafür sollen bei Erregern, die bei Tieren gefunden werden, verschiedene Eigenschaften rasch erfasst und in sogenannten Risiko-Steckbriefen zusammengeführt werden. Diese Einschätzungen sollen auch an Verantwortliche im Gesundheitssystem weitergegeben werden – mit dem Ziel, mögliche Infektionsketten früh zu unterbrechen und größere Ausbrüche zu verhindern.

Der Forschungsverbund wurde laut Mitteilung im Oktober 2025 offiziell gestartet. Anlass für die verstärkte Aufmerksamkeit ist unter anderem die aktuelle Zunahme von Vogelgrippefällen durch den Subtyp H5N1. Hochpathogene Vogelgrippe-Viren sowie Schweinegrippe-Viren können demnach dann zu einem Pandemie-Risiko werden, wenn sie auf den Menschen übergehen und anschließend die Fähigkeit entwickeln, sich innerhalb der menschlichen Bevölkerung weiter zu verbreiten.

Welche Rolle Münster übernimmt

Münster übernimmt dabei eine spezifische Aufgabe: „Unsere Funktion in dem Verbund liegt darin, zelluläre Immun-Signalwege und die Sensitivität der Erreger gegenüber antiviralen Medikamenten zu untersuchen“, erläutert Prof. Stephan Ludwig, Direktor des Instituts für Virologie des Universitätsklinikums Münster. „Derart wollen wir klären, welche Influenzaviren für Menschen gefährlich werden könnten“, so Ludwig, der das in Münster angesiedelte Teilprojekt leitet.

FLU-PREP ist zudem im Umfeld des One-Health-Ansatzes verortet, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt gemeinsam betrachtet. Koordiniert wird der Verbund vom Universitätsklinikum Freiburg. Beteiligt sind neben dem Universitätsklinikum Münster das Robert-Koch-Institut, das Friedrich-Löffler-Institut, die Charité Berlin sowie das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit.

 

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