IG BAU fordert „Aufschwung Wohnen“ Mehr bezahlbarer Wohnraum / Senkung der Baukosten

Mehr baggern – mehr bauen: die IG Bau fordert den „Wohnungsbau-Turbo“. (Symbolfoto: Pexels / Nicholas Lim)
Mehr baggern – mehr bauen: die IG Bau fordert den „Wohnungsbau-Turbo“. (Symbolfoto: Pexels / Nicholas Lim)

Münster soll von dem geplanten „Wohnungsbau-Turbo“ der neuen Bundesregierung stärker profitieren. Diese Forderung stellt die IG BAU Münster-Rheine, die eine Neubau-Offensive für die Stadt und das Land Nordrhein-Westfalen verlangt. Der Vorsitzende der Gewerkschaft, Detlev Hopp, betont, dass in Münster vor allem mehr Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnräume benötigt werden, um die Wohnungsnot zu lindern. „Es muss jetzt einen ‚Aufschwung Wohnen‘ geben. Und davon müssen auch Münster und Nordrhein-Westfalen profitieren“, erklärt Hopp in einer Medienmitteilung der IG BAU.

Laut der Gewerkschaft wurden im vergangenen Jahr in Münster 1.054 Wohnungen neu gebaut, davon 82 Ein- und Zweifamilienhäuser. Die Gesamtkosten für den Bau dieser Wohnungen beliefen sich auf etwa 137,4 Millionen Euro. Dennoch sieht die IG BAU noch großes Potenzial für mehr Neubau und Sanierungen. „Jede Wohnung mehr zählt. Es gibt aber auf jeden Fall ‚Luft nach oben‘“, so Hopp. Besonders erforderlich seien mehr seniorengerechte Wohnungen.

Baukosten könnten gesenkt werden

Ein wesentliches Anliegen der IG BAU ist die Senkung der Baukosten. „Es wird nur dann mehr gebaut, wenn einfacher und damit günstiger gebaut wird“, erklärt Hopp und verweist auf eine aktuelle Studie des Bauforschungsinstituts ARGE aus Kiel, die zeigt, dass die Baukosten um bis zu ein Drittel gesenkt werden können. Hopp fordert eine Entbürokratisierung des Bauprozesses, um Neubauten effizienter und günstiger zu gestalten. „Runter mit überzogenen Standards und kostentreibenden DIN-Normen – und dadurch rauf mit den Neubau-Zahlen“, so der Gewerkschaftsvorsitzende.

Weniger High-End-Produkte

Ein wichtiger Ansatz ist der „Gebäude-Typ E“, der für einfaches, erleichtertes und effizientes Bauen steht. Dieser Ansatz zielt darauf ab, die Stärken von Decken und Außenwänden zu reduzieren und gleichzeitig den Einsatz von Baustoffen und die CO2-Emissionen zu minimieren. Auch bei der Haustechnik müsse auf weniger teure Produkte gesetzt werden, um die Gesamtkosten zu senken. „Weniger High-End-Produkte machen das Wohnen am Ende wesentlich günstiger“, sagt Hopp.

Zudem fordert die IG BAU, den Anteil von Pkw-Stellplätzen und Tiefgaragen zu reduzieren, um Baukosten zu sparen. Hopp kritisiert auch überzogene Anforderungen an den Lärm- und Klimaschutz, wie beispielsweise den Einbau von dreifach verglasten Fenstern, die aus seiner Sicht nicht notwendig seien.

„Gut & günstig“

Hopp fordert einen „guten und günstigen“ Wohnungsbau. „Es ist möglich, in guter Qualität deutlich günstiger zu bauen“, so der Gewerkschaftsvorsitzende. Auch der Staat könne von niedrigeren Baukosten profitieren, da er so weniger Fördermittel bereitstellen müsste. Diese Einsparungen könnten genutzt werden, um mehr Sozialwohnungen und bezahlbare Wohnungen zu finanzieren.

Laut Hopp müssen Bund und Länder jährlich mindestens 11 Milliarden Euro an Fördermitteln bereitstellen, um bundesweit 100.000 Sozialwohnungen zu bauen. Für 60.000 bezahlbare Wohnungen seien mindestens 4 Milliarden Euro pro Jahr erforderlich. Mehr Informationen zur Wohnungsbau-Studie und dem „Gebäude-Typ E“ sind auf der Webseite des Verbändebündnisses Wohnungsbau verfügbar.

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