
Bereits in den frühen Morgenstunden bot die Innenstadt eine außerordentliche Dichte an Polizeipräsenz: Die Vorboten eines hohen Besuchs! Anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Hauses der Niederlande war Willem-Alexander, König der Niederlande, angereist und absolvierte gleich mehrere Etappen auf seinem Besuch in unserer Stadt.
Der erste Programmpunkt zog ihn in das Kaminzimmer des Krameramtshauses, in dem sich das „Geburtstagskind“, das Haus der Niederlande der Universität Münster befindet. Zahlreiche Anhänger mit orangefarbenen Accesoires warteten geduldig vor dem Gebäude – während König Willem-Alexander drinnen von Oberbürgermeister Markus Lewe und Ministerpräsident Hendrik Wüst in Empfang genommen wurde.
Ein Ort, der Geschichte schrieb

Das Kaminzimmer im Krameramtshaus ist ein historisch bedeutender Ort: Hier wurde am 1648 der Friedensvertrag zwischen Spanien und den Niederlanden unterzeichnet und führte letzendlich zur Beendigung des 80-Jährigen Krieges. „Das Haus der Niederlande, dessen 30-jähriges Bestehen wir heute gemeinsam mit Seiner Majestät dem König würdigen, ist daher auf dreifache Weise ein Spiegel unserer Stadt“, so Lewe. „Dass wir diese Feierlichkeiten an einem Ort begehen, der Teil der Geburtsstunde des niederländischen Staates ist, unterstreicht die historische Tiefe und die lebendige Zukunft unserer Verbundenheit.”
Ministerpräsident Hendrik Wüst sagte: „Das Haus der Niederlande ist ein einzigartiger Ort der Begegnung, Forschung und Bildung. Es schlägt eine Brücke zwischen unseren Ländern, indem es Sprache, Kultur und Wissenschaft miteinander verbindet.“
Für den niederländischen König war es nicht der erste Besuch in dem 1589 Ort erbauten Haus am Alten Steinweg: Als Kronprinz eröffnete er vor 30 Jahren das Haus der Niederlande – gemeinsam mit dem damaligen belgischen Kronprinzen Philippe.
Mittagessen im Schloss

Nach dem royalen Eintrag in das Goldene Buch der Stadt ging es für ihn und Ministerpräsidenten Wüst unter Begleitung einer beachtlichen Polizei-Eskorte zum nächsten Programmpunkt: Schloss Wilkinghege. Dort trafen sie sich mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zum Austausch über Perspektiven der bilateralen Beziehungen sowie aktueller europapolitischer Themen – beim gemeinsamen Mittagessen.
Am Nachmittag informierten sich König Willem-Alexander, Bundespräsident Steinmeier und Ministerpräsident Wüst beim 1. Deutsch-Niederländischen Corps (1. GNC) über die Arbeit dieses einzigartigen Militärverbands, das in diesem Jahr ebenfalls sein 30-jähriges Bestehen feiert. Seit 1995 ist er bestehendes multinationales Hauptquartier der Bundeswehr, das gemeinsam mit den Niederlanden betrieben wird. Es führt multinationale Einsätze von NATO oder EU, bei Bedarf auch streitkräfteübergreifend durch.
Gemeinsam mehr Sicherheit schaffen

Generalleutnant Peter Mirow, Kommandierender General des 1. GNC, freut sich über den prominenten Besuch: „Der Besuch von König Willem-Alexander und Bundespräsident Steinmeier würdigt unser 30-jähriges Bestehen. Das 1. GNC ist ein Symbol dafür, dass Sicherheit nicht allein, sondern nur gemeinsam erreicht werden kann.“
Für eine angemessene musikalische Begrüßung sorgte das Luftwaffenmusikkorps, ein hochprofessionelles sinfonisches Blasorchester, welches nicht nur durch die instrumentelle Kraft, sondern auch die optische Erscheinung imponiert: Etwa 40 Musiker und Musikerinnen in militärischer Kleidung stehen in Reih und Glied.

Und wenn man schon `mal den Bundespräsidenten und den – oder vielmehr SEINEN – König im Hause hat, möchte man natürlich zeigen, wer man ist und was man hat. Neben einem kurzen Briefing über die Geschichte des 1. GNC und der Präsentation des Schützenpanzer-Repertoires kam es zu einem „Meet & Greet“ mit internationalen Soldaten.
Der Tag stand im Zeichen der Miteinanders, einer binationalen Zusammenarbeit, die ein Erfolgsmodell für Europa sei, so Wüst. Er lobte die intensive wirtschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Beziehung der Nachbarländer: „In einer Zeit großer Umbrüche und sicherheitspolitischer Herausforderungen kommt dieser Zusammenarbeit besondere Bedeutung zu. Gerade jetzt müssen wir als verlässliche Nachbarn und Freunde Seite an Seite stehen, um die Zukunft Europas aktiv mitzugestalten.“
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