
Im kommenden Jahr soll am Osttor in Münster-Hiltrup eine Forschungsbohrung in mehr als 1.000 Metern Tiefe erfolgen. Ziel ist es, herauszufinden, ob sich dort ausreichend heißes Thermalwasser befindet, um künftig einen Beitrag zur nachhaltigen Wärmeversorgung der Region zu leisten. Erfahrungsgemäß stoßen solche Vorhaben in der Bevölkerung nicht immer nur auf Zustimmung.
Vielen sind die nächtlichen Touren der großen LKW mit den Rüttelplatten noch gut in Erinnerung, jetzt gibt es erste Ergebnisse und Hiltrup ist offenbar ein heißer Kandidat! Nach Erkenntnissen des Geologischen Dienstes Nordrhein-Westfalen könnten sich in Hohlräumen des Kalkgesteins in einer Tiefe von etwa 1.000 bis 1.300 Metern größere Mengen warmen Wassers befinden. Die geplante Bohrung soll nun klären, ob diese geothermische Energiequelle tatsächlich vorhanden ist und wirtschaftlich genutzt werden kann. „Die Tiefengeothermie ist ein wichtiger Baustein für die Wärmewende“, sagt Münsters Oberbürgermeister Tilman Fuchs. Die Technologie habe das Potenzial, langfristig einen Teil der Wärmeversorgung zuverlässig und unabhängig von fossilen Energieträgern wie Erdgas sicherzustellen. Die Bohrung werde wichtige Erkenntnisse für die weitere Entwicklung der Wärmeversorgung in Münster liefern.
Unter Aufsicht der Bergbehörde NRW
Der Bohrstandort befindet sich auf einer von landwirtschaftlichen Flächen umgebenen Wiese, die von der Stadt Münster zur Verfügung gestellt wird. Nach Angaben des Geologischen Dienstes werden umfangreiche Schutzmaßnahmen zum Schutz von Grundwasser, Anwohnern und Umwelt umgesetzt. Die Arbeiten stehen unter Aufsicht der Bergbehörde NRW bei der Bezirksregierung Arnsberg. Tiefengeothermie gilt als eine Schlüsseltechnologie für die klimaneutrale Wärmeversorgung. Dabei wird heißes Wasser aus tiefen Gesteinsschichten an die Oberfläche gefördert, seine Wärme über Wärmetauscher an Fernwärmenetze abgegeben und anschließend wieder in dieselbe Gesteinsschicht zurückgeleitet.
Die Bohrung in Münster ist Teil des „Masterplans Geothermie NRW“. Die gewonnenen Daten sollen als Grundlage für weitere Entscheidungen über die zukünftige Wärmeversorgung der Stadt dienen. Langfristig könnte Tiefengeothermie nach den Planungen der Stadt bis zu 50 Prozent des Fernwärmebedarfs decken. Weitere Informationen zum Projekt stellt der Geologische Dienst NRW unter geowaerme.nrw.de bereit.

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