Hinter den Kulissen – Teil 1: das GOP Varieté

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(Foto: Archiv Henning Stoffers, Fotomontage: th)

Bühne frei für den ersten Teil unserer neuen Reihe „Hinter den Kulissen“. Hier gewähren wir euch exklusive Einblicke in Bereiche, die den meisten Münsteranern normalerweise verborgen bleiben.

Den Anfang macht heute das GOP Varieté Theater.

Alles begann Anfang der 20er Jahre mit der Eröffnung des Roland-Theaters. Bis zur Jahrtausendwende gab es hier erstmal nur Filme zu sehen, dann erst wich die Leinwand der Kulisse für „leibhaftige“ Darbietungen des Frosch-Varietés.

2005 war es dann soweit: das GOP erhielt Einzug in die altehrwürdige Spielstätte – das vierte Kind der GOP Familie ward geboren. An erster Stelle steht das Münsteraner Varieté allerdings in puncto Saalgröße: 400 Besucher finden im Saal Platz.

35 Festangestellte und 60-70 Aushilfen sorgen an fünf Tagen in der Woche dafür, dass der Laden läuft. Das Publikum in Münster ist übrigens so aufgeschlossen, dass hier regelmäßig Test- und Uraufführungen stattfinden.

Wir haben einen typischen GOP-Tag begleitet.

 

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Der Erste macht das Licht an. Im Regelfall nämlich der Hausmeister. Nun offenbart sich der Blick auf die 86 noch leeren Tische.

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Ab 10:00 Uhr ist dann der Kassenbereich geöffnet und der Ticketverkauf beginnt. 

„Sonntags sind die Karten am begehrtesten“, weiß Miriam Thon, Vertriebsassistentin im GOP, „denn da kommen meist ganze Familien“.

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Nach und nach trudeln auch schon die ersten Künstler ein. 

Einige haben es gar nicht weit, denn das GOP bietet in der hauseigenen WG Platz für 15 Artisten. Sollte das Ensemble größer sein, werden kurzerhand in der Nebenstraße Appartements angemietet.

Hier im Bild ist die Hula Hoop Künstlerin Yulia, die schonmal kurz in der Garderobe vorbeischaut, um sich anschließend warmzumachen. 

Viele der Artisten halten sich schon lange vor Einlass im noch leeren Saal auf und nutzen diesen als zweites Wohnzimmer und trainieren.

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Während im Saal noch vergleichsweise wenig Trubel herrscht, wird es in Küche und Servicebereich zunehmend betriebsamer. 

Hier wurde gerade der Weinbestand aufgefüllt.

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Nicht nur im Saal kann in Verbindung mit dem Showprogramm geschlemmt werden, sondern ebenfalls im 50 Gäste fassenden Restaurant.

Münsters altgedienten Cineasten werden die Räumlichkeiten noch als “R-zwo“ und „R drei“ wiedererkennen. Auch hier hat Gastroleiter Michael Glage das Sagen, er ist seit vier Jahren im Team.

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In der Küche heizen die Töpfe ein, hinter der Bühne glühen die Lampen vor. Die vierköpfige Technikcrew geht langsam ans Werk. 

Azubi und Stagemanager Markus Thalmann überzeugt sich vom ordnungsgemäßen Zustand der Motoren unter der Decke, die beispielsweise für Trapez-Nummern benötigt werden.

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„Die größte Herausforderung für einen Stagemanager ist, den Überblick zu behalten, die Show zu koordinieren und stets einen kühlen Kopf zu bewahren“, verrät Thalmann und steht deshalb während der Vorstellung mit seinem Kollegen am Lichtpult in Funkkontakt.

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Das Publikum hat derweil im Saal Platz genommen und die Servicemannschaft steht in den Startlöchern.


Viel zu tun gibt es immer, „aber vor allem an Tagen mit zwei Vorstellungen nacheinander kann es schonmal hektisch werden“, weiß Kellner Tim.

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Die Küche arbeitet mittlerweile auf Hochtouren, um die Gaumen der Gäste schnell aber dennoch auf hohem Niveau zu verwöhnen.

Für jedes neue Show-Programm kreiert Küchenchef Arno Brand ein eigenes Gericht.

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Jeden Tag sind unter Brands Leitung zwischen vier und sieben Köche und Küchenhilfen im Einsatz. „Am Wochenende sind es mindestens acht“, verrät das Küchenoberhaupt, „anders ist das nicht zu schaffen“.

Die Menüs für die Programme werden unter den Küchenchefs aller Häuser abgesprochen.

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Wenn Service und Küche perfekt zusammenarbeiten, sieht das so aus: zufriedene Gäste so weit das Auge reicht. Nun kann die Show eigentlich losgehen …

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… aber erst nachdem Christopher Beermann an seinem Arbeitsplatz, der Technik-Regie, eingetroffen ist. Der gelernte Veranstaltungstechniker ist seit Anfang an dabei und Herr über sämtliche Regler.

„Der Albtraum eines jeden Veranstaltungstechnikers ist natürlich ein kompletter Stromausfall, dann geht nix mehr.“ Doch das ist bislang nur einmal geschehen.

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Und dann: Licht aus – Spot an! It’s showtime! Gerade noch in der Garderobe und beim Aufwärmen gewesen, zeigt Artistin Yulia nun ihr Können mit den Hula Hoop-Reifen.

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Viel zu schnell ist der Abend für das Publikum zu Ende. Bis allerdings das Serviceteam Feierabend hat, dauert es noch ein wenig, schließlich muss noch aufgeräumt werden.

„Heute war ich gerne für Sie da“ – so könnte man es auch formulieren, denn hier wird Freundlichkeit gelebt und nicht gespielt.

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Feierabend, der Letzte macht die Tür zu und das Licht aus. Gute Nacht, GOP.