Heimelig röhrt die Motorsäge Warum gerade jetzt überall Bäume gefällt werden

Ein Forstwirt bereitet eine Fällung vor: Bevor er die Höhe, in der er die Säge am Baum ansetzen will nach unten korrigiert, peilt er die Fällrichtung an. (Foto: Katja Niewienda/Wald und Holz NRW)
Ein Forstwirt bereitet eine Fällung vor: Bevor er die Höhe, in der er die Säge am Baum ansetzen will nach unten korrigiert, peilt er die Fällrichtung an. (Foto: Katja Niewienda/Wald und Holz NRW)

Baumfällarbeiten stehen immer dann im Fokus, wenn sie an auffälligen Orten stattfinden. Bei Baumfällungen im Hansaviertel oder am Kanal formierten sich sogar Protestbewegungen. Die weitaus meisten Bäume werden hingegen so gut wie unbemerkt gefällt, so wie gerade jetzt in den Wäldern rund um Münster. Warum sind die Waldarbeiterinnen und -arbeiter gerade jetzt bei Schnee und Kälte so aktiv? Wir sagen es euch!

Wer derzeit im Wald unterwegs ist, trifft wieder häufiger auf Motorsägen, Schutzhelme und Absperrbänder. Die Holzernte findet überwiegend im Winter statt – aus gutem Grund. Durchforstungs- und Pflegearbeiten, wie sie aktuell der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen sowie die regionalen Forstämter durchführen, sollen die Wälder langfristig stabiler, vitaler und klimaresistenter machen. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Zukunftsbäume, wie der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen in einer Pressemitteilung erläutert. Sie werden gezielt freigestellt, konkurrierende oder geschädigte Bäume entnommen. So entsteht Raum für Naturverjüngung und für standortgerechte, klimaangepasste Baumarten. Ziel ist ein strukturreicher Mischwald mit unterschiedlichen Alters- und Baumgrößen, der Stürmen, Trockenheit und Schädlingen besser standhält.

Neben dem Landeswald betreffen die Maßnahmen auch viele Privatwälder. So organisieren die Forstämter derzeit zahlreiche Einschläge in den von forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen betreuten Beständen. Dabei werden auch instabile oder kranke Bäume entfernt, insbesondere entlang von Straßen, Wegen und Erholungseinrichtungen, wo sie eine Gefahr darstellen können. Der Winter bietet dafür günstige Bedingungen. „Die Bäume stehen dann nicht im Saft, das reduziert Schäden am verbleibenden Bestand“, erklärt Holger-Karsten Raguse, Leiter des Regionalforstamtes Ostwestfalen-Lippe. Zudem seien die Gefahren an laublosen Bäumen besser erkennbar. Baumfällarbeiten zählen zu den gefährlichsten Tätigkeiten im Wald.

Wegesperrungen unbedingt beachten!
Auch Münsters Wälder dienen nicht nur der Erholung, sie sind auch Holzlieferanten, wie hier in der Davert. (Foto: Bührke)
Auch Münsters Wälder dienen nicht nur der Erholung, sie sind auch Holzlieferanten, wie hier in der Davert. (Foto: Bührke)

Aus Sicherheitsgründen kann es während der Arbeiten zu zeitweisen Wegesperrungen kommen. Wald und Holz NRW bittet Besucherinnen und Besucher, diese unbedingt zu beachten. Auch Holzpolter und Arbeitsbereiche sollten nicht betreten werden, da herabfallende Äste lebensgefährlich sein können. Das eingeschlagene Holz wird über festgelegte Rückegassen abtransportiert, um den übrigen Waldboden zu schonen. Ziel ist eine möglichst lange Nutzung des Holzes, etwa im Bau oder in der Möbelindustrie. Holznutzung, Waldpflege und Naturschutz schließen sich dabei nicht aus. Biotopbäume, Totholz und strukturreiche Waldränder werden gezielt erhalten, um Lebensräume für zahlreiche Tierarten zu sichern. Auch wenn die Arbeiten zeitweise laut und sichtbar sind: Eine maßvolle, aktive Waldbewirtschaftung gilt als zentrale Voraussetzung für artenreiche, klimastabile und zukunftsfähige Wälder, wie der Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen betont.

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