Hayek-Tage: Atlantic Hotel räumt Fehler ein Umstrittene Veranstaltung/ Interne Abläufe sollen geprüft werden

Etwa 100 Personen hatten vor dem Atlantic Hotel gegen die Hayek Tage demonstriert. (Foto: Max Oechtering)
Etwa 100 Personen hatten vor dem Atlantic Hotel gegen die Hayek Tage demonstriert. (Foto: Max Oechtering)

Nach der umstrittenen Tagung der Hayek-Gesellschaft im Atlantic Hotel Münster hat das Hotel Fehler eingeräumt. Die Hayek-Tage hatten in der vergangenen Woche in Münster stattgefunden. Bereits im Vorfeld hatte es Kritik daran gegeben, dass das Hotel der Gesellschaft Räume zur Verfügung stellte. Gegen die Veranstaltung hatte es außerdem Protest gegeben.

Hintergrund der Kritik waren unter anderem die politische Ausrichtung und das Teilnehmerfeld der Hayek-Tage. Bei der Tagung waren unter anderem AfD- und CDU-Politiker anwesend. Kritik richtete sich außerdem gegen die inhaltliche Ausrichtung der Veranstaltung. Vor dem Hotel hatte das Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ mit etwa 100 Teilnehmenden gegen die Veranstaltung protestiert.

In einem Statement, das das Hotel auf Instagram veröffentlichte, heißt es: „Wir haben Fehler gemacht – sowohl darin, dass die Hayek-Gesellschaft im ATLANTIC Hotel Münster tagen konnte, als auch darin, dass wir nicht früher und klarer reagiert haben.“ Man habe sich „zu viel Zeit genommen“. Das Hotel erklärte weiter, man nehme die geäußerte Kritik sehr ernst. Die vielen Rückmeldungen und die öffentliche Reaktion hätten deutlich gemacht, warum die Veranstaltung kritisch gesehen werde. Zugleich kündigte das Haus an, Organisationen dieser Art künftig nicht mehr die Gastfreundschaft des ATLANTIC Hotel Münster zuteilwerden zu lassen.

Nach Angaben des Hotels habe die Situation intern einen Prozess angestoßen. Abläufe, Verantwortlichkeiten und Prüfmechanismen sollten hinterfragt und neu strukturiert werden. Man sei sich bewusst, dass das Statement spät komme und für viele wahrscheinlich nicht ausreichend sei. Dennoch sei es wichtig, die Situation nicht unausgesprochen zu lassen und daraus Schlüsse zu ziehen.

Geteilte Reaktionen auf Instagram

Auf Instagram fallen die Reaktionen auf das Statement gemischt aus. Mehrere Nutzerinnen und Nutzer begrüßen, dass sich das Hotel öffentlich äußert. In einem Kommentar heißt es schlicht: „Respekt!“ Ein anderer Nutzer schreibt: „Klasse Statement“. Auch die Formulierung „besser spät als nie“ taucht in den Reaktionen auf.

Zugleich gibt es deutliche Kritik am Zeitpunkt und an der Glaubwürdigkeit der Erklärung. Ein Nutzer kommentiert: „Too little, too late. Erst das Geld einkassieren, dann ooops sagen. Heuchelei.“ Ein anderer schreibt, der Protest und die Kritik seien frühzeitig da gewesen. Der Eindruck bleibe haften, dass man sich die Einnahmen nicht habe entgehen lassen wollen und sich nun reumütig gebe. Mehrere Reaktionen gingen noch einen Schritt weiter. Dort wurde angeregt, das mit der Veranstaltung eingenommene Geld zu spenden.

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Ein weiterer Kommentar stellt grundsätzlich infrage, dass eine solche Veranstaltung ohne genauere Kenntnis des Veranstalters angenommen worden sei. In der Hotellerie gebe es vor Veranstaltungen normalerweise gründliche Prüfungen, etwa zu Kreditwürdigkeit, Firmenhintergrund und möglichen Risiken. Deshalb falle es schwer zu glauben, dass so etwas komplett versehentlich passiere.

Andere Kommentare richten den Blick stärker auf mögliche Konsequenzen. Ein Nutzer schreibt, entscheidend sei nun, dass das Hotel künftig glaubwürdig und proaktiv in vergleichbaren Lagen agiere. Eine Nutzerin kommentiert, Verantwortung zu übernehmen habe kein Zeitfenster. Wichtig sei, dass Unternehmen Abläufe ändern und flexibel reagieren könnten.

Konkrete Konsequenzen noch offen

Damit bleibt nach dem Statement vor allem die Frage, welche konkreten Konsequenzen das ATLANTIC Hotel Münster aus dem Fall zieht. Das Hotel hat angekündigt, interne Abläufe und Prüfmechanismen neu zu strukturieren. Wie diese Änderungen genau aussehen sollen, geht aus dem Instagram-Statement nicht hervor.

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